Eislöwen: Sportlich ist der Abstieg jetzt endgültig besiegelt
Das Ding ist durch. Zumindest aus sportlicher Sicht. Am Sonntag zogen nach Krefeld auch die Kassel Huskies ins Finale um die Meisterschaft in der DEL2 ein. Beide Vereine gehörten zu einem Sextett aus der zweithöchsten deutschen Eishockey-Spielklasse, das sowohl die jeweils nötigen Anfangsbürgschaften in Höhe von 250.000 Euro als auch im Februar 2026 die bis dato verfügbaren Lizenzunterlagen bei der DEL für einen Aufstieg eingereicht hatten.
Damit steht fest: Wie auch immer das Duell der Best-of-Seven-Serie in der DEL2 ausgehen wird, es gibt einen sportlichen Aufsteiger. Der würde für die Dresdner Eislöwen als 14. Mannschaft in die erste Liga rücken, die ihre historische Premierensaison in der deutschen Eliteklasse nach einer enttäuschenden Saison und mit mageren 26 Pünktchen aus 52 Spielen abgeschlagen als Schlusslicht beendet hatten.
Neu-Sportdirektor Jens Baxmann, hatte bereits vor den letzten Saisonspielen deutlich gemacht: "Wir müssen erkennen, dass wir diese Saison nicht konkurrenzfähig sind. Es ist nicht alles Katastrophe, aber wir finden immer wieder Wege, uns selbst ins Knie zu schießen." Und auch Geschäftsführer Maik Walsdorf betonte: "Vieles hat nicht gepasst. Es kamen einige Spieler nicht an ihre Leistungsgrenzen. Außerdem mussten Spieler gewisse Rollen spielen, die wir für sie so nie vorgesehen hatten."
Deshalb laufen die Planungen für die kommende Saison bereits seit Monaten. Und zwar eindeutig für die DEL2. Und der personelle Umbruch wird groß. Bereits 14 Spieler verabschiedeten sich aus Dresden, es werden weitere hinzukommen. Offen ist zum Beispiel, ob mit Austin Ortega der Top-Torjäger (21 DEL-Tore) bleibt - oder andere Offerten vorzieht.
Bislang nur ein Neuzugang
Der aktuelle Eislöwenkader besteht derzeit aus zehn Spielern, die noch laufende Verträge besaßen oder neue Arbeitspapiere unterzeichneten und aus dem ersten Neuzugang Gregory Kreutzer aus Crimmitschau. Bis jetzt kann man die veröffentlichten Personalplanung der Dresden als zurückhaltend ansehen.
Und das hat durchaus seinen Grund: Denn für die Eislöwen bleibt tatsächlich immer noch ein Hintertürchen für den Klassenerhalt in der DEL offen. Nämlich dann, wenn der künftige DEL2-Meister keine Lizenz für die DEL erhalten sollte. Der Stichtag für die Abgabe der vollständigen Lizenzunterlagen ist für Kassel oder Krefeld der 17. Mai, DEL-Klubs haben sogar eine Woche länger Zeit für den Akt.
Um welche Standards aber geht es bei den Unterlagen? "Die Kandidaten aus der DEL2 müssen im Mai ihre infrastrukturellen Voraussetzungen sowie Sicherheiten nachweisen. Darüber hinaus wird im Rahmen der Lizenzprüfung eine Plausibilitäts-Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse des potenziellen Aufsteigers durchgeführt", antwortet DEL-Sprecher Björn Franz auf eine entsprechende Anfrage von diesachsen.de. Die Gesamtbürgschaft für das Oberhaus von insgesamt 1,4 Millionen Euro muss mithin unterlegt werden und der Finanzplan auf soliden Zahlen fußen.
Strukturell verfügen Kassel und Krefeld über DEL-taugliche Hallen, die Arenen erfüllen den sogenannten DEL-Stadion-Punkte-Plan deutlich, der neben der Kapazität auch die Anzahl der Sitz- und VIP-Plätze sowie die technische Infrastruktur (Beleuchtung, Videowürfel, Flexbande) einbezieht.
Letzter Lizenzentzug traf ausgerechnet Kassel
Wie es finanziell für beide Vereine aussieht, ist nicht im Detail bekannt. Im Vorjahr aber fehlten Krefeld zu fast dem gleichen Saisonzeitpunkt etwa zwei Millionen Euro, um einen Aufstieg auch wirtschaftlich abbilden zu können. Kassel baut sein Finanzkonstrukt auf Investor Paul Sinizin auf, der sowohl alleiniger Gesellschafter der Spielbetriebs GmbH und deren Geschäftsführer, als auch Eigentümer der Nordhessen-Arena ist. 2021 hatte der Deutsch-Russe 60 Prozent der Anteile seiner Firma Bikeleasing im Wert von 167 Millionen Euro an die Frankfurter Brockhaus Capital Management AG verkauft.
Über die im Februar eingereichten Lizenz-Gerüstdaten von Kassel und Krefeld gibt die DEL derzeit auch auf Nachfrage keine Auskunft - bis zum Abschluss des Verfahrens. Die Lizenzerteilung für ihre Vereine gibt die Liga demnach frühestens Anfang Juni bekannt.
Bis dato ist die Hintertür für die Eislöwen noch offen. Und das Fünkchen Hoffnung glimmt. Wobei der letzte Lizenzentzug der DEL schon ein Weilchen her ist: Nach der Saison 2009/2010 wurde ausgerechnet den Kassel Huskies die Lizenz für die erste Liga entzogen.