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Bei 240 km/h vom Motorrad katapultiert: Dresdner Talent nach Horror-Crash schockiert

Bei 240 km/h vom Motorrad katapultiert: Dresdner Talent nach Horror-Crash schockiert
Der Dresdner Lennox Lehmann startet in dieser Saison in zwei Rennserien. Bei der Langstrecken-WM in Suzuka erlebte der Dresdner nun einen bösen Sturz, überstand ihn aber glimpflich. Foto: Team Apreco
Von: Alexander Hiller
Motorrad-Pilot Lennox Lehmann wird auf der Formel-1-Strecke bei Höchstgeschwindigkeit von seiner Yamaha katapultiert. Wie beim Unfall des DTM-Fahrers Maximilian Paul war offenbar eine Ölspur im Spiel. Der 20-Jährige kommt aber glimpflich davon.

Es ist eine beinahe absurde Parallelität der Ereignisse. Neben dem schweren Unfall von DTM-Pilot Maximilian Paul auf dem Norisring ist ein weiterer Motorsportler aus der sächsischen Landeshauptstadt am Wochenende schwer verunglückt.

Beim freien Training zum Acht-Stunden-Rennen im japanischen Suzuka, dem dritten Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft, wurde der 20-jährige Motorrad-Pilot Lennox Lehmann bereits am Freitagabend auf der Start- und Zielgeraden bei einer Geschwindigkeit von knapp 240 Stundenkilometern per sogenanntem Highsider von seiner Yamaha geschleudert. 

Solche Unfälle passieren meist in der Kurve, wenn das Hinterrad wegrutscht, abrupt wieder Grip aufbaut und das Motorrad sich schlagartig wieder aufrichtet. Der Fahrer wird dabei oftmals wie von einem Katapult über den Lenker geschleudert.

Auf gerader Strecke, wie bei Lehmann, passieren solche Stürze indes sehr selten. „Ich hatte das Pech, dass zu dem Zeitpunkt Flüssigkeit auf der Strecke war. Wir gehen davon aus, dass es Öl war. Ich lag auf einmal da, ohne zu wissen, was genau passiert ist“, sagte Lennox Lehmann auf Nachfrage. 

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Die Parallelen zum Unfall von Maximilian Paul auf dem Norisring sind verblüffend. Auch beim Lamborghini-Piloten soll eine Ölspur Auslöser des Unfalls gewesen sein. Offiziell bestätigt wurde das jedoch noch nicht. 

Kleiner Finger mehrfach gebrochen

Allerdings ist Lehmann auf der Formel-1-Strecke in Japan weitaus glimpflicher davongekommen. „Der kleine Finger der rechten Hand war ziemlich mitgenommen, das Gelenk kaputt, darüber auch mehrmals gebrochen und hatte eine ziemlich deutliche Fehlstellung“, sagt der 1,75 Meter große Pilot. Ansonsten ist der Dresdner mit Schürfwunden davongekommen.

Sachsens größtes Motorradtalent setzte sich trotz des Mehrfachbruchs dennoch im Qualifying noch mal auf sein Renngefährt. „Das hat auch einigermaßen funktioniert. Erst dann haben wir entschieden, dass es schlauer ist, nach Hause zu fahren und mich operieren zu lassen“, sagt er. 


Lennox Lehmann will in drei Wochen wieder auf seinem Rennmotorrad sitzen. Foto: Team Apreco

Aber Lehmann weiß auch: „Ich habe Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist. Ich hatte meinen Schutzengel dabei.“ Bei dem Unglück schlitterte er beinahe 100 Meter über den Asphalt und drehte sich dann auf eine Wiese. Er hatte das Glück, dass der Sturz im Randbereich der Strecke passierte und Lehmann damit nicht in den Bereich von nachfolgenden Fahrern kam. 

Auf seinem Rennanzug wurden aufgrund der extremen Reibung viele Sponsorenlogos weggebrannt. „Der Anzug wird in Italien gerade wieder aufbereitet“, sagt Lehmann. Für seinem beschädigten Helm braucht er jedoch Ersatz. Ohne Lehmann kam das deutsche Yamaha-Team Motobox Kremer Racing mit den nun nur noch zwei Piloten Dirk Geiger und Twan Smits auf Rang 18

OP mit örtlicher Betäubung

Bereits am Montag wurde Lehmann per örtlicher Betäubung in Dresden operiert. Der kleine Finger des Yamaha-Werksfahrers wird jetzt durch drei winzige Schrauben stabilisiert und ist mit einem Verband umwickelt. 

Mit einer Zwangspause rechnet der Dresdner trotz seiner Verletzung aber nicht. Dabei kommt ihm auch der Rennkalender entgegen. Der nächste Auftritt in der Euro Moto steht vom 29. Juli bis 2. August im Motopark Oschersleben an. 

„Da ist der Plan ganz klar, dort an den Start zu gehen. Im Endeffekt wird da ein bisschen getaped, dass der Finger sich nicht groß bewegen kann. Dann sollte das eigentlich kein Problem sein“, kündigt Lehmann. Schmerzen kalkuliert er dabei aber ein. 

Dass er mit dem bösen Sturz vergleichsweise gelassen umgeht, hat auch mit einer schweren Verletzung vor drei Jahren zu tun. Als damals 17-Jähriger brach er sich bei einem Sturz im spanischen Aragon die Brustwirbel acht und neun sowie einen Oberschenkel. Erst vier Wochen nach der Operation konnte er damals das Krankenhaus verlassen. „Das mit dem kleinen Finger ist sicher unangenehm, aber es ist in Anführungszeichen nur der kleine Finger“, sagt er. 

In den nächsten Tagen lässt es der Ungeduldige aber ruhiger angehen, hält sich daheim im Elternhaus in Dresden auf seinen Hometrainer fit und wartet ab, wie die Verletzung verheilt.

Alexander Hiller
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Alexander Hiller

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