Dank Florian Wirtz hat Bayer Leverkusen noch alle Chancen auf den Einzug ins Halbfinale der Europa League. Beim 1:1 (0:0) im Viertelfinal-Hinspiel gegen Union Saint-Gilloise rettete der Nationalspieler mit seinem Treffer acht Minuten vor Schluss zumindest das Remis. Dennoch steht Bayer im Rückspiel in einer Woche in Anderlecht vor einer Menge Arbeit, denn am Donnerstag biss sich die Werkself am belgischen Außenseiter wie schon Union Berlin im Achtelfinale über weite Strecken die Zähne aus.
Gegner im vierten Halbfinale eines Europacups für Leverkusen nach 1988, 1995 und 2002 wäre entweder der souveräne niederländische Tabellenführer Feyenoord Rotterdam oder der letztjährige Conference-League-Sieger AS Rom mit Trainer José Mourinho. Das Hinspiel gewann Rotterdam zu Hause mit 1:0. Den Führungstreffer für die Belgier hatte der Nigerianer Victor Boniface erzielt (51.), der schon in der Runde zuvor gegen den Bundesliga-Dritten aus Berlin zwei Treffer erzielt und einen vorbereitet hatte.
Wie groß die Euphorie in Leverkusen rund um dieses Spiel war, zeigte sich zwei Stunden vor dem Anpfiff. Einige Tausend Fans hatten den Mannschaftsbus empfangen. Nur mit Mühe konnte sich der Bus den Weg durch die Fans bahnen, eingehüllt in eine Nebelwolke von zahlreichen Pyros. Doch die nur auf einer Position veränderte Bayer-Elf wirkte zunächst eher nervös und fahrig, fabrizierte gegen die robusten Belgier in der Anfangsphase ungewöhnlich viele Abspielfehler. Als erster kleiner Brustlöser diente ein Konter in der 7. Minute, bei dem Amine Adli seinen Kollegen Wirtz schnell bediente und der aus 18 Metern knapp verzog.