Sachsens Verfassungsschutz sieht Rechtsextremismus weiterhin als die größte Bedrohung von Demokratie und Rechtsstaat. «Das Personenpotenzial stieg 2024 weiter an auf ungefähr 6.000», sagte der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutzes, Dirk-Martin Christian, bei der Vorstellung des Jahresberichts in Dresden. Das entspreche einem Zuwachs von 250 Personen, im Wesentlichen durch steigende Mitgliederzahlen der AfD, «aber auch bei der Jungen Alternative und dem Dritten Weg».
Die Analyse zeugt von der Radikalisierung der Gesellschaft, «dass Gewalt zunimmt und dass Toleranz abnimmt», sagte Innenminister Armin Schuster (CDU). «Der Verfassungsschutz stellt fest, dass die Radikalisierung in allen Szenen bereits im Kindes- und Jugendalter beginnt.» Damit sei die gesamte Gesellschaft gefordert, denn es zeige, dass es ein Erziehungs-, Bildungs- Aufklärungs- und Wertevermittlungsproblem gebe.
Der anhaltende Trend der Verjüngung wird laut Schuster von weiterhin gesteigerter Gewaltbereitschaft begleitet. Ein weiterer Schwerpunkt sei der wachsende Antisemitismus, «stark getriggert durch den Nahost-Konflikt». Die fortschreitende Vernetzung von Linksextremisten und auslandsbezogenen Extremisten vor allem bei pro-palästinensischen Aktivitäten gebe «Grund zu höchster Aufmerksamkeit».