Ein US-Konzern, mitgegründet von einem Mann, der Demokratie offen für gescheitert hält, liefert seine Software an deutsche Polizeibehörden. Millionen Bürgerinnen und Bürger landen in Datenbanken – ohne es zu wissen, ohne etwas getan zu haben. Sein Name klingt wie Science-Fiction: Palantir. Doch was dieses Unternehmen leistet, ist bittere Gegenwart. Eine Recherche über Macht, Daten und die Frage, was auf dem Spiel steht.
Was ist Palantir?
Palantir Technologies wurde 2003 im Silicon Valley gegründet – in einer Zeit, in der die USA nach den Anschlägen vom 11. September nach technologischen Antworten auf Terrorismus suchten. Heute hat der Konzern seinen Hauptsitz in Denver, Colorado. Der Name ist einem Werk von J. R. R. Tolkien entlehnt: In Der Herr der Ringe bezeichnen „Palantíri" magische Steine, durch die man alles sehen kann – Spionage-Werkzeuge in Kugelform, die Macht verleihen und korrumpieren.
Die Analogie ist kaum zufällig. Das Unternehmen entwickelt Softwareplattformen zur Erfassung, Verknüpfung und Analyse riesiger Datenmengen. Seine wichtigsten Produkte:
