Angesichts der schwierigen politischen Lage in Venezuela fordert der sächsische Flüchtlingsrat einen Abschiebestopp in das südamerikanische Land. Die Ablehnung von Asylanträgen, während sich die politische Krise in Venezuela zuspitze, sei nicht nachvollziehbar, erklärte Sprecher Dave Schmidtke. Er verlangte eine neue Bewertung der Sicherheitslage in dem Land. Asylanträge als offensichtlich unbegründet abzulehnen ignoriere die Realität dort. Der Verein forderte daher ein Bleiberecht für die Betroffenen.
Nach Angaben der Organisation wurde erst Sonntagnacht eine junge alleinstehende Frau aus Rodewisch (Vogtlandkreis) nach Caracas abgeschoben, obwohl sie gegen die Entscheidung geklagt hatte und ein Gerichtstermin bevorstand. Doch Betroffene besäßen derzeit keinerlei Rechtsschutz und könnten jederzeit abgeschoben werden, hieß es. Auch der Verein der Venezolaner in Sachsen (Venezolanos en Sajonia) kritisierte diesen Schritt: «Es ist völlig unmenschlich, eine Venezolanerin in dieser kritischen Zeit abzuschieben, wo alle, die aus dem Land fliehen und gegen das Regime protestieren, als Verräter der Heimat bezeichnet werden.»