Sachsens Kommunen droht wegen leerer Kassen eine finanzielle Eiszeit. «Wir stürzen von Rekorddefizit zu Rekorddefizit», sagte Bert Wendsche, Präsident des Sächsischen Städte- und Gemeindetages (SSG), zur Vorstellung des Gemeindefinanzberichtes für die Jahre 2024/2025 in Dresden. In den ersten drei Quartalen 2025 haben das Defizit bei 1,1 Milliarden Euro gelegen. «Das kann so nicht weitergehen! Jetzt muss endlich gehandelt werden, damit die kommunale Selbstverwaltung nicht zu einem leeren Versprechen wird.»
Sachsen im Osten Schlusslicht bei Zuweisungen an die Kommunen
Die sächsischen Kommunen würden bei der Finanzausstattung weit hinter Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zurückliegen, obwohl sie mehr Aufgaben zu erledigen hätten, erklärte SSG-Geschäftsführer Mischa Woitscheck. Bezogen auf Mecklenburg-Vorpommern mache der Unterschied im Vorjahr 600 Euro je Einwohner aus. Umgerechnet stünden den Gemeinden im Freistaat so rund 2,4 Milliarden nicht zur Verfügung stehen.
Öffentliche Leistungen könnten nicht auf Pump finanziert werden
«Wir erwarten vom Freistaat Sachsen, dass er seiner Verantwortung zur auskömmlichen Finanzausstattung der Kommunen gerecht wird. Das bedeutet insbesondere auch eine höhere und regelgebundene Mitfinanzierung des Freistaates an den steigenden Kita-Betriebskosten und die finanzielle Beteiligung des Freistaates Sachsen an den Sozialausgaben der Landkreise und Kreisfreien Städten», stellte Wendsche klar. Öffentliche Leistungen wie Kitas, Schulen oder Straßen können nicht anhaltend auf Pump finanziert werden.