Tschechien: Pilze wachsen derzeit vor allem im Norden
Auf weiten Teilen Böhmens sind aktuell gute Bedingungen für das Pilzwachstum gegeben. Das zeigen aktuelle Karten des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts (ČHMÚ). Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines ergiebigen Pilzwachstums im Norden des Landes – im Riesengebirge, im Isergebirge und im Erzgebirge werden sogar sehr hohe Chancen angegeben. Im Westen Böhmens ist die Lage ebenfalls gut. Schlechter sieht es dagegen im Großteil des Südmährischen Kreises und in Teilen der Region Vysočina aus, wo die Wahrscheinlichkeit als gering eingestuft wird. In Südböhmen und dem größten Teil Mährens ist sie mittelmäßig. Ähnliche Prognosen liefern auch die Plattformen Mykoindex und Kderostouhouby.cz, wobei letztere für Mähren etwas optimistischer ist.
Die verbesserte Lage ist auf die Regenfälle der vergangenen Woche zurückzuführen, die laut ČHMÚ überdurchschnittlich ausfielen – in Mähren fiel sogar die doppelte Niederschlagsmenge des langjährigen Mittels. Mykologin Jan Borovička von der Tschechischen Mykologischen Gesellschaft hatte früher erklärt, dass die Lage während der Sommermonate die schlechteste seit Jahren gewesen sei.
Auf Regen reagieren zunächst die sogenannten saprotrophen Pilze, die in der organischen Substanz des Bodens leben und nicht in Symbiose mit Bäumen stehen – darunter Champignons, Schirmlinge, Stäublinge und Helmlings-Arten. Diese wachsen oft auch außerhalb des Waldes. Röhrlinge und andere Mykorrhizapilze folgen in der Regel erst einige Zeit später. Gerade im September sind diese Pilze jedoch üblicherweise am häufigsten zu finden.
Zur Wochenmitte hin ist laut ČHMÚ mit weniger Regen und steigenden Temperaturen über 20 Grad zu rechnen. Ab Sonntag sollen erneut Regenfälle einsetzen, zu Beginn der kommenden Woche wird es wieder kühler.