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Prag: Immer mehr Jugendliche nach Konsum von Cannabinoiden im Krankenhaus

Prag: Immer mehr Jugendliche nach Konsum von Cannabinoiden im Krankenhaus
Symbolbild Cannabinoide / pixabay vjkombajn
In Prag steigt die Zahl der Rettungseinsätze wegen mutmaßlicher Vergiftungen durch Cannabinoide deutlich. Bis September wurden bereits 474 Fälle bei unter 20-Jährigen registriert – fast doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr. Einige Betroffene müssen intensivmedizinisch behandelt werden.

In der tschechischen Hauptstadt Prag steigt die Zahl der Rettungseinsätze wegen mutmaßlicher Vergiftungen durch Cannabinoide bei Jugendlichen deutlich. Von Januar bis September registrierte der Rettungsdienst 474 Einsätze bei Patienten unter 20 Jahren. Das berichtet das Tschechische Fernsehen (ČT) unter Berufung auf Rettungsdienstsprecher Karel Kirs.

Damit liegt die Zahl bereits deutlich über dem gesamten Vorjahr. 2025 wurden in Prag 253 entsprechende Einsätze bei jungen Menschen verzeichnet, 2024 waren es 167 und 2023 lediglich 109. Rund die Hälfte der in diesem Jahr betroffenen Patienten war noch keine 18 Jahre alt. Auch das Alter der jüngsten Betroffenen gibt Anlass zur Sorge. Während der jüngste Patient 2023 noch 14 Jahre alt war, mussten die Rettungskräfte 2024 und 2025 bereits Elfjährige behandeln.

Der Anstieg betrifft nicht nur Jugendliche. Über alle Altersgruppen hinweg registrierte der Prager Rettungsdienst bis September rund 1.600 Einsätze im Zusammenhang mit Cannabinoiden. Im gesamten Jahr 2025 waren es etwas mehr als 1.000 Fälle, 2024 rund 820 und 2023 etwa 500. Allerdings handelt es sich zunächst um Verdachtsfälle. Die Rettungskräfte dokumentieren, wenn Hinweise auf den Konsum von Cannabinoiden vorliegen. Eine endgültige Diagnose ist erst durch entsprechende Untersuchungen im Krankenhaus möglich.

Zu den Cannabinoiden gehören neben dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC auch neuere synthetische und halbsynthetische Substanzen wie HHC und THCP. Sie werden unter anderem in Form von Cannabisprodukten, Verdampferflüssigkeiten, Ölen oder essbaren Produkten wie Fruchtgummis konsumiert. Nach Angaben von Experten gelangen Minderjährige häufig über Gleichaltrige, ältere Bekannte, soziale Netzwerke oder illegale Onlinehändler an die Substanzen.

Die gesundheitlichen Folgen können erheblich sein. Zu den möglichen Symptomen gehören Angstzustände, Panikattacken, beschleunigte Atmung, Erbrechen und Bewusstlosigkeit. Besonders gefährlich ist das Risiko, bei Bewusstlosigkeit Erbrochenes einzuatmen. Einige Patienten müssen deshalb auf Intensivstationen behandelt werden.

Auch Rettungsdienste in anderen Regionen Tschechiens beobachten eine Zunahme entsprechender Einsätze. Einheitliche landesweite Zahlen liegen jedoch nicht vor, da die einzelnen Rettungsdienste die Fälle unterschiedlich erfassen.