Bierkonsum in Tschechien sinkt auf historischen Tiefstand
Der Bierkonsum in Tschechien hat 2025 den niedrigsten Stand seit Beginn der landesweiten Statistik erreicht. Das geht aus Daten des Tschechischen Verbandes der Brauereien und Mälzereien (ČSPS) hervor. Im Schnitt trank jeder Einwohner 121 Liter Bier. Der gesamte Inlandsverbrauch belief sich auf 14,86 Millionen Hektoliter – ein Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber 2024.
Auch die Produktion ging zurück: Die Brauereien stellten 19,96 Millionen Hektoliter alkoholisches und alkoholfreies Bier her, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die wichtigste Ausnahme bildet alkoholfreies Bier. Die Produktion von alkoholfreiem und aromatisiertem alkoholfreiem Bier stieg um vier Prozent auf 1,68 Millionen Hektoliter. Die Nachfrage wächst seit mehr als zehn Jahren stetig – zwischen 2019 und 2024 allein legte die Produktion um rund 50 Prozent zu.
Deutlich sichtbar ist der Wandel der Trinkgewohnheiten in Gaststätten und Kneipen. Fassbier machte 2025 nur noch 28 Prozent des in Tschechien verkauften Biers aus, einen Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. 2019 waren es noch 35 Prozent, 2008 sogar 51 Prozent. Der Verband führt die Entwicklung auf verändertes Konsumverhalten zurück, darunter ein größeres Interesse an Mäßigung und gesünderer Lebensweise. Wer ausgeht, achtet demnach zunehmend auf Qualität und Vielfalt statt auf große Mengen.
Auch der Export ging zurück: Tschechische Brauereien lieferten 5,48 Millionen Hektoliter ins Ausland, 8,2 Prozent weniger als 2024. Rund 90 Prozent der Exporte gehen in EU-Länder, Deutschland und die Slowakei zählen zu den größten Abnehmern. Die Importe sanken um 18,3 Prozent. Ausländisches Bier hatte damit nur noch einen Anteil von 2,5 Prozent am Gesamtverbrauch, 0,5 Prozentpunkte weniger als 2024.