Warten aufs Geld vom Staat. Insgesamt 76 Wein- und Obstbaubetriebe haben nach den Frostschäden des vergangenen Jahres Hilfen beim Freistaat Sachsen beantragt. Doch während beim Obstbau bereits fast 90 Prozent der Hilfen ausgezahlt sind, hat der Weinbau bisher nicht einmal 40 Prozent der beantragten Gelder erhalten. Das zeigt eine Kleine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Valentin Lippmann. Der Obstbau hatte 11,8 Millionen Euro beantragt und jetzt 10,2 Millionen ausgezahlt bekommen. Beim Weinbau sind es 1,37 Millionen zu knapp 0,5 Millionen.
Zu den Ergebnissen seiner Anfrage erklärt Lippmann, weinbaupolitischer Sprecher der Fraktion im Sächsischen Landtag: "Der Freistaat lässt offenkundig die Winzerinnen und Winzer in Sachsen bei der Bewältigung der Frostschäden hängen." Seit dem verheerenden Frost ist ein Jahr vergangen, aber viele Betroffene warten noch immer auf ihr Geld. Im vergangenen Jahr sind für den Weinbau Hilfsprogramme in Millionenhöhe verhandelt worden. Deren Auszahlung wird nun offensichtlich ohne erkennbaren Grund verschleppt. Dabei sei es gerade jetzt entscheidend, dass die Gelder schnell fließen, so Lippmann. Denn jetzt können die Winzer eben jene Weine nicht verkaufen, die vergangenes Jahr dem Frost zum Opfer gefallen sind.