Im charmanten Wildgehege Moritzburg hat sich eine bemerkenswerte Entwicklung ereignet: Der Einzug einer neuen Herde von Blesshirschen. Das teilte der Staatsbetrieb Sachsenforst am Donnerstag mit. Diese faszinierende Farbvariation der Rothirsches sei enorm selten und gefährdet. Ihr Name stamme von der charakteristischen Blesse auf ihrer Stirn ab. Die Blesshirsche, die nun in Moritzburg beheimatet sind, wurden aus dem Wildpark Eekholt in Schleswig-Holstein importiert, dem einzigen Ort, an dem diese majestätischen Tiere noch existieren.
Bereits im 18. Jahrhundert fanden Blesshirsche Erwähnung in der Fachliteratur. Es gab Berichte über freilebende Rudel in Gebieten wie Böhmen und dem Harz. Auch in Sachsen, insbesondere in Moritzburg, lässt sich historisch eine Verbindung ziehen. Die kurfürstlichen Jagdgesellschaften nannten Blesswild auf ihren Streckenlisten. Leider gibt es diese Tiere in der freien Natur kaum noch. Das Wildgehege Moritzburg setzt sich nun aktiv für die Erhaltungszucht ein und hofft auf erfolgreiche Fortpflanzungsbemühungen.