Wie die Steillagen beim Weinbau im Elbland erhalten bleiben
Freistaat erkennt ILEK »Weinland Sachsen« offiziell an
Der Freistaat Sachsen hat das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) »Weinland Sachsen« offiziell anerkannt. Das Anerkennungsschreiben wurde am Donnerstag, 2. Juli, im Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul an die Steillagenallianz übergeben. Das teilte das Staatsministerium für Regionalentwicklung mit. Das Konzept bildet künftig die Grundlage, um Maßnahmen zum Erhalt der Steillagen, zur besseren Bewirtschaftung der Weinberge und zur Zusammenarbeit von Kommunen, Behörden, Weinwirtschaft und weiteren Partnern gezielt voranzubringen.
Staatsministerin Regina Kraushaar betonte bei der Übergabe die Bedeutung der Weinberge für die Kulturlandschaft entlang der Elbe. Sie prägen das Ortsbild, ziehen Gäste an und seien ein zentraler Teil regionaler Identität. Das ILEK schaffe eine gemeinsame strategische Basis, um Steillagen, Weinbergsmauern und historische Strukturen langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Auch Landrat Ralf Hänsel sprach von einem wichtigen Meilenstein. Das Konzept sei Ausdruck des gemeinsamen Willens, die einzigartige Weinbaukulturlandschaft des sächsischen Elbtals zu bewahren und mit behutsamen Flurneuordnungsverfahren weiterzuentwickeln. Der Weinbauverband Sachsen habe mit der Steillagenallianz eine zentrale Plattform geschaffen, um die Flächen baulich und in der Bewirtschaftung zukunftsfähig zu machen.
Verbandsvorstand Andreas Herr hob die Herausforderungen der Steillagenbewirtschaftung hervor. Die terrassierten Weinberge seien ökologisch wertvolle Lebensräume und zugleich ein emotionaler Identifikationspunkt. Die Anerkennung des ILEK sei daher ein wichtiger Schritt, um die Kulturlandschaft gemeinsam zu erhalten.
Das Konzept bündelt fachliche Strategien der vergangenen Jahre und führt sie in einem gemeinsamen Handlungsrahmen zusammen. Im Fokus stehen bessere Bewirtschaftungsbedingungen, der Erhalt historischer Mauern, die Ordnung von Eigentumsstrukturen sowie dauerhafte Kooperationen in der Region. Eine zentrale Rolle spielt die Flurneuordnung, die kleinteilige Eigentumsverhältnisse ordnen und die Erschließung verbessern soll.
Mit der Anerkennung erhält das ILEK den Status einer strategischen Grundlage für künftige Maßnahmen der Ländlichen Entwicklung. Es ersetzt keinen Förderbescheid, schafft aber einen verbindlichen Orientierungsrahmen für Kommunen, Behörden und Weinwirtschaft. Bei einem anschließenden Austausch in Schloss Wackerbarth wurde deutlich, dass der langfristige Erhalt der Weinbaukulturlandschaft nur im engen Schulterschluss aller Beteiligten gelingen kann.