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Volksverhetzung: Strafanzeige gegen Reinsberger Schlossherrin

Volksverhetzung: Strafanzeige gegen Reinsberger Schlossherrin
Mathilda Huss, hier auf der Burg Kriebstein. Foto: privat
Von: Meißen News
Die umstrittene Biologin Mathilda Huss hielt in Freiberg einen Vortrag zur Genetik: Menschliche Gleichheit sei eine systemische Lüge.

Wieder Wirbel um Mathilda Huss. Diesmal handelt sie sich eine Strafanzeige ein. Die promovierte Biologin  (auch bekannt als Gastgeberin des umstrittenen Potsdamer Treffens 2023 und Besitzerin von Schloss Reinsberg) hielt am 20. März  im Städtischen Festsaal in Freiberg einen Vortrag, zu dem der Verein „Freiberger Forum“ eingeladen hatte.

Vor etwa 150 Zuhörern sprach sie als Wissenschaftlerin über DNA-Sequenzen, Studien und genetische Datensätze. Huss leitete aus genetischen Daten und DNA-Sequenzen eine Ungleichwertigkeit von Menschen ab. Sie sprach von einer „biologischen Hierarchie“ unter Menschen, die durch Vererbung von Intelligenz, Charaktereigenschaften und Leistungsfähigkeit begründet sei. Sie behauptete, dass man anhand genetischer Daten einordnen könne, ob Menschen eine Belastung für die Sozialsysteme darstellen oder nicht. Der gesamte Vortrag trug den Titel „Die hereditäre Wende“ und plädierte dafür, gesellschaftliche und politische Entscheidungen stärker an hereditären (erblichen) Faktoren auszurichten statt an der Annahme universeller Gleichheit. Huss stellte dies als wissenschaftlich fundierten Paradigmenwechsel dar, der sich auf aktuelle Studien zu Genetik, Intelligenz und Vererbung stütze.

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Der Jenaer Soziologe Prof. Dr. Matthias Quent kritisiert Huss scharf. Er wirft ihr einen Missbrauch wissenschaftlicher Argumente vor und warnt davor, dass kommunale Einrichtungen solchen Positionen eine Bühne geben. Das erzeuge eine gefährliche „institutionelle Legitimationswirkung“.

Der Verein verbot während der Veranstaltung Bild- und Videoaufnahmen, stellte aber nachträglich einen Mitschnitt auf YouTube. Dieser Videomitschnitt dient offenbar als Grundlage für eine Strafanzeige. Der Grüne-Stadtrat Johannes Brink stellte am 7. April diese Strafanzeige wegen Volksverhetzung, Beleidigung und üble Nachrede gegen Mathilda Huss und den Verein „Freiberger Forum“. Brink begründete dies mit den „rassistischen Äußerungen“ im Vortrag (z. B. die Ableitung einer Ungleichwertigkeit von Menschen aus genetischen Daten und die Bezeichnung der menschlichen Gleichheit als „systematische Lüge“).

Jetzt ermittelt laut Freie Presse der Staatsschutz gegen Mathilda Huss. Die Stadt Freiberg prüft den Vorgang intern. Vor dem Vortrag hatte ein Naturwissenschaftler nach Medienmeldungen die Stadt per E-Mail gewarnt, erhielt aber keine Antwort. Auch im Stadtrat gab es Kritik.

Text: Ulf Mallek

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