Vergissmeinnicht blühen für Menschen mit Demenz in Meißen
Rund um den Rossmarkt in der Meißner Altstadt blühen seit Mittwoch blau-weiße Vergissmeinnicht. Das teilte die Stadtverwaltung Meißen mit. Meißens Gleichstellungs- und Seniorenbeauftragte Sabine Murcek bepflanzte gemeinsam mit Birgit Kühne vom Gemeinnützigen Sozialen Förderkreis GSF e.V., der städtischen Behindertenbeauftragten Petra Micksch und dem Bauhof mehrere Pflanzkübel in der Altstadt – als Teil der sachsenweiten VERGISS?MEIN!NICHT-Pflanzaktion, die in diesem Jahr bereits zum dritten Mal stattfindet.
„Demenz gibt es in vielen verschiedenen Ausprägungen und sie kann jeden von uns unmittelbar oder im Familien- und Freundeskreis treffen", sagte Murcek. Ziel der Aktion sei es, deutlich zu machen, dass Menschen mit Demenz ein wichtiger Teil der Stadtgesellschaft sind und nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Die kleinen blauen Blüten stehen dabei als Symbol der Erinnerung und Wertschätzung – und als sichtbares Zeichen im öffentlichen Raum, dass Betroffene wie alle anderen ein Recht auf Teilhabe und Selbstbestimmung haben.
Seit 2023 werden in ganz Sachsen im Frühjahr Vergissmeinnicht gepflanzt, um das Bewusstsein für das Thema Demenz in der Gesellschaft zu stärken. Der Anlass ist dabei auch zahlenmäßig bedeutsam: Laut dem Gesundheitsatlas der AOK lebten in Sachsen im Jahr 2023 pro 10.000 Einwohner ab 40 Jahren 373 Menschen mit Demenz – der höchste Anteil aller Bundesländer. Die Zahlen verdeutlichen, wie verbreitet die Erkrankung ist und wie viele Menschen in Sachsen direkt oder indirekt betroffen sind.
Denn neben den Erkrankten selbst tragen häufig auch Angehörige eine schwere Last. Pflegende Familienmitglieder sind oft über Jahre hinweg gefordert – körperlich wie emotional. Die Pflanzaktion soll deshalb nicht nur an Betroffene erinnern, sondern auch ein Zeichen der gesellschaftlichen Solidarität setzen und dazu beitragen, das Thema Demenz aus der Tabuzone zu holen.