Von Bürgerjournalistin Ostara Jasmin Hennig
Eine Kita-Schließung ist immer eine schmerzhafte Entscheidung. Dass sie in Meißen nun ausgerechnet die Kita „Regenbogen” trifft, ist dabei fast nebensächlich – entscheidend ist, wie diese Entscheidung zustande kam. Und das sollte alle Beteiligten nachdenklich stimmen.
Monatelang stand die Kita „Meißner Spatzen” im Zentrum der Debatte. Eltern, Erzieherinnen und Erzieher hatten sich offenbar auf dieses Szenario eingestellt, Diskussionen geführt, sich möglicherweise sogar schon nach Alternativen umgesehen. Dann, augenscheinlich in letzter Minute, ein Änderungsantrag der AfD-Fraktion – und plötzlich trifft es eine andere Einrichtung. Mit elf zu zehn Stimmen wird ein monatelang vorbereiteter Beschluss auf den letzten Metern gekippt.
Das ist formal demokratisch korrekt. Trotzdem bleibt ein Geschmack von Willkür zurück – und der beschränkt sich nicht auf die Ratssitzung selbst. Unter dem Facebook-Beitrag der SZ Meißen sammeln sich die Reaktionen der Betroffenen: Eine Stimme beschreibt die Kita Regenbogen als eine der wichtigsten und beliebtesten Einrichtungen der Stadt mit langjährig verlässlicher pädagogischer Arbeit und appelliert an den Stadtrat, die Entscheidung im Interesse von Kindern, Familien und Team noch einmal zu überdenken. Eine andere Stimme geht grundsätzlicher vor und macht den ohnehin angespannten Personalschlüssel in sächsischen Kitas für die Misere verantwortlich. Schließungen seien die falsche Antwort auf ein strukturelles Problem, das eigentlich auf Landesebene gelöst werden müsste. Der Tenor in beiden Fällen: Man fühlt sich nicht mitgenommen, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt.
