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Tierseuchen-Drama simuliert: Was passiert im Ernstfall in der Tierkörperbeseitigung in Lenz?

Tierseuchen-Drama simuliert: Was passiert im Ernstfall in der Tierkörperbeseitigung in Lenz?
Für erkrankte Tiere gibt es keine Heilung. Sie müssen sofort gekeult werden, da die Maul-und Klauenseuche hoch infektiös ist. Foto: pixabay Studio_Lichtfang
Von: Meißen News
Ein simulierter Ausbruch der hochansteckenden Maul- und Klauenseuche hat Sachsens Behörden beschäftigt. Teil der Übung war die Tierkörperbeseitigungsanlage in Lenz.

Die sächsischen Veterinärbehörden haben gemeinsam mit dem Zweckverband für Tierkörperbeseitigung Lenz im Landkreis Meißen das Krisenmanagement für einen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) trainiert. Wie das sächsische Sozialministerium mitteilte, handelte es sich um eine mehrtägige, rein virtuelle Stabsübung mit rund 100 beteiligten Fachleuten. Das Szenario simulierte den Import eines infizierten Rindes aus dem Ausland in einen Zuchtbetrieb. Von dort aus breitete sich die hochansteckende Viruserkrankung rasant auf insgesamt zwölf Betriebe in acht Landkreisen und der Stadt Chemnitz aus. Im simulierten Ernstfall wären sofort 3.600 Rinder und 400 Mastschweine direkt betroffen gewesen.

Dem Landkreis Meißen und der Anlage in Lenz kam bei der Übung eine Schlüsselrolle zu. Da es für die Seuche keine Heilung gibt, müssen im Ernstfall alle Klauentiere eines betroffenen Hofes getötet und unschädlich beseitigt werden. Die Tierkörperbeseitigungsanlage in Lenz stand daher im Zentrum der logistischen Planung für die schnelle und sichere Entsorgung der kontaminierten Tierkadaver. Insgesamt spielten die Experten die Einrichtung von neun Schutzzonen und sieben Überwachungszonen durch, wodurch über 4.000 Tierhaltungen in die Kontrollen eingebunden wurden. Auch die Tötungsanordnungen, Notimpfungen gesunder Bestände und die Kontaktnachverfolgung wurden erprobt.

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Laut Staatsministerin Petra Köpping sind Sachsens Behörden durch die Erfahrungen mit der Afrikanischen Schweinepest zwar krisenerprobt, ein MKS-Ausbruch bei Rindern hätte jedoch eine völlig neue Dimension mit enormen wirtschaftlichen Schäden. Ziel der Übung war es, die Abläufe zwischen dem Landestierseuchenbekämpfungszentrum, den lokalen Veterinärämtern und dem Entsorgungsbetrieb in Lenz zu optimieren. Für Menschen ist die anzeigepflichtige Tierseuche ungefährlich. Der Verzehr von Fleisch und Milchprodukten bleibt selbst bei einem Ausbruch unbedenklich. Die Erkenntnisse der simulierten Krise werden nun ausgewertet, um die bestehenden Notfallpläne anzupassen. Der letzte reale MKS-Fall in Deutschland wurde am 10. Januar 2025 in einem brandenburgischen Wasserbüffelbestand registriert.

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