Die sächsischen Veterinärbehörden haben gemeinsam mit dem Zweckverband für Tierkörperbeseitigung Lenz im Landkreis Meißen das Krisenmanagement für einen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) trainiert. Wie das sächsische Sozialministerium mitteilte, handelte es sich um eine mehrtägige, rein virtuelle Stabsübung mit rund 100 beteiligten Fachleuten. Das Szenario simulierte den Import eines infizierten Rindes aus dem Ausland in einen Zuchtbetrieb. Von dort aus breitete sich die hochansteckende Viruserkrankung rasant auf insgesamt zwölf Betriebe in acht Landkreisen und der Stadt Chemnitz aus. Im simulierten Ernstfall wären sofort 3.600 Rinder und 400 Mastschweine direkt betroffen gewesen.
Dem Landkreis Meißen und der Anlage in Lenz kam bei der Übung eine Schlüsselrolle zu. Da es für die Seuche keine Heilung gibt, müssen im Ernstfall alle Klauentiere eines betroffenen Hofes getötet und unschädlich beseitigt werden. Die Tierkörperbeseitigungsanlage in Lenz stand daher im Zentrum der logistischen Planung für die schnelle und sichere Entsorgung der kontaminierten Tierkadaver. Insgesamt spielten die Experten die Einrichtung von neun Schutzzonen und sieben Überwachungszonen durch, wodurch über 4.000 Tierhaltungen in die Kontrollen eingebunden wurden. Auch die Tötungsanordnungen, Notimpfungen gesunder Bestände und die Kontaktnachverfolgung wurden erprobt.