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Stichwahl in Lommatzsch und Klipphausen: Maaß vor vierter Amtszeit, Knöfel bleibt Favorit

Stichwahl in Lommatzsch und Klipphausen: Maaß vor vierter Amtszeit, Knöfel bleibt Favorit
Symbolbild Wahlurne / pixabay Vilkasss
Am 20. September entscheiden Lommatzsch und Klipphausen im zweiten Wahlgang über ihre Rathausspitze. Die Amtsinhaber sind wohl die Favoriten.

Am Sonntag wählen die Bürgerinnen und Bürger in Lommatzsch und Klipphausen erneut. Im ersten Wahlgang hatte niemand die nötige absolute Mehrheit erreicht. Im zweiten Durchgang reicht nach sächsischem Kommunalwahlrecht die relative Mehrheit: Gewählt ist, wer die meisten Stimmen holt.

Lommatzsch: Maaß blieb knapp unter 50 Prozent

Beim ersten Wahlgang am 6. September kam Amtsinhaberin Dr. Anita Maaß (FDP) auf 47,1 Prozent (1.288 Stimmen). AfD-Kandidat Gottfried Striegler lag bei 31,3 Prozent (856 Stimmen), Einzelbewerberin Susann Kohlmann bei 21,6 Prozent (589 Stimmen). Die Wahlbeteiligung war mit 71,7 Prozent hoch. Von 3.853 Wahlberechtigten gingen 2.761 zur Urne.

Maaß führt die Stadt seit 2005. 2019 war sie noch mit 93 Prozent bestätigt worden. Diesmal hatte sie zunächst angekündigt, nicht mehr anzutreten, dann aber nach öffentlichem Druck doch für eine vierte Amtszeit kandidiert. Ein AfD-Abwahlantrag gegen sie war 2025 im Stadtrat gescheitert.Kohlmann und Striegler bleiben beide auf dem Stimmzettel. Ein öffentlicher Rückzug Kohlmanns ist nicht bekannt. Sie ist damit weiter Kandidatin. Dennoch liegt Maaß vorn. Striegler müsste fast das gesamte Kohlmann-Lager plus zusätzliche Nichtwähler holen, um Maaß zu überholen. Das wäre zwar möglich, ist aber unwahrscheinlich.

Klipphausen: Knöfel mit Vorsprung, Benkstein gibt auf

In Klipphausen (erster Wahlgang 30. August) lag Amtsinhaber Mirko Knöfel als Einzelbewerber bei 42,2 Prozent. Marcel Golz (parteilos, für die AfD im Gemeinderat) kam auf 29,5 Prozent, Dr. Brit Reimann-Bernhardt („Gemeinsam für Klipphausen“) auf 24,9 Prozent, Dirk-Uwe Benkstein (Bürgernetz24) auf 3,2 Prozent. Beteiligung: 63,5 Prozent. Benkstein zieht sich zurück und empfiehlt Reimann-Bernhardt. Damit stehen voraussichtlich drei Namen auf dem Zettel: Knöfel, Golz und Reimann-Bernhardt.

Knöfel ist seit 2019 im Amt (damals 50,7 Prozent), früher CDU, heute dem Bündnis Freie Wählergemeinschaften zugeordnet. Die lokale CDU stellte keinen eigenen Kandidaten auf und signalisierte Kontinuität. Die Gemeinde hat 43 Ortsteile und rund 8.000 Wahlberechtigte. Knöfel bleibt somit Favorit. Ob Reimann-Bernhardt mit Benkstein-Empfehlung genug Stimmen von Golz oder unentschlossenen Wählern abzieht, entscheidet über die Höhe des Vorsprungs – nicht zwingend über den Sieger. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen Knöfel gegen Golz scheint unwahrscheinlich zu sein.

Was am Sonntag zählt

Beide Kommunen wählen nach demselben Muster: keine Stichwahl im engeren Sinn, sondern ein zweiter Wahlgang aller verbliebenen Bewerber. Briefwähler des ersten Durchgangs erhalten die Unterlagen erneut. Wer nur für Sonntag briefwählen will, muss das rechtzeitig beantragen.

Die Beteiligung entscheidet mit. In Lommatzsch war sie bereits hoch. Ein Rückgang könnte Maaß eher helfen als schaden, weil ihre Stammwähler zuverlässiger erscheinen. In Klipphausen könnte eine höhere Mobilisierung im Lager Golz den Abstand zu Knöfel verkürzen. Prognose in einem Satz: Maaß und Knöfel gehen als Favoriten ins Ziel. Ein Wechsel an einer der beiden Rathausspitzen wäre am Sonntagabend die eigentliche Nachricht.