Ein besonderes Chorkonzert erwartet Musikfreunde in Meißen: Am Sonnabend, 6. Juni, wird um 19 Uhr auf der Albrechtsburg Gioachino Rossinis „Petite Messe solennelle“ aufgeführt. Darauf weisen die Landesbühnen Sachsen hin.
Mit dem Konzert setzt Chordirektor Daniele Pilato die Tradition fort, den Opernchor auch in eigenständigen Programmen zu präsentieren. Im Mittelpunkt steht dabei ein Werk, das im Vergleich zu Rossinis bekannten Opern wie „Der Barbier von Sevilla“ oder „La Cenerentola“ selten im Konzertleben zu hören ist.
Die „Petite Messe solennelle“ entstand im Jahr 1863 als Auftragswerk für die Einweihung einer privaten Kapelle in Paris. Sie gilt als bedeutendes Werk aus Rossinis Spätphase. Anders als viele groß angelegte Kirchenkompositionen seiner Zeit ist die Messe bewusst kammermusikalisch angelegt. Sie ist für Solisten, einen achtstimmigen Chor, Klavier und Harmonium geschrieben. Musikalisch knüpft Rossini damit an ältere Traditionen an und setzt einen Kontrapunkt zu den monumentalen sinfonischen Werken des 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig zeigt die Komposition eine eigenständige Handschrift: harmonisch anspruchsvoll, zugleich von feiner Ironie geprägt. In einem begleitenden Brief bezeichnete Rossini sein Werk selbst augenzwinkernd als „arme kleine Messe“ und verwies darauf, dass er eigentlich für die komische Oper geschaffen sei.