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Zwischen Schlosspark, Grillglut und Zukunftsfragen - Aktival24 schafft Momente, die nachwirken

Etwa ein Dutzend jüngere Menschen stehen hinter Stehtischen; sie schauen auf mehrere Personen am linken Bildrand, die sich unterhalten.
Die Teilnehmer im Austausch mit Landtagspräsident Alexander Dierks. Foto: Jana Ehrke
Von: Bürgerjournalismus in Sachsen
Am 29. und 30. Mai fand zum 16. Mal der Aktionstag „Aktival24“ im Landkreis Meißen statt. Am Freitag wurde das Projekt im Jugendclub Lauterbach (Gemeinde Ebersbach) vom Sächsischen Landtagspräsidenten Alexander Dierks eröffnet.

Ein Bericht von Jana Ehrke

Für ihre Teilnahme an Aktival24 erlebten die Jugendlichen des Jugendclubs Lauterbach eine ganz besondere Ehrung. Neben Falk Hentschel, Bürgermeister der Gemeinde Ebersbach, übergab der diesjährige Schirmherr des Aktionstages, Alexander Dierks den Pokal an die Jugendlichen.

Nach einer Besichtigung des neu eingerichteten Jugendclubs an der Schloßallee 6 und einer kurzen Runde durch den Schlosspark, traf sich der oberste Repräsentant des Landtags zu einer Gesprächsrunde mit weiteren Jugendlichen aus dem Landkreis. Organisiert wurde die Auftaktveranstaltung vom Kreisjugendring Meißen und dem Jugendforum Meißen.

Zu dem Treffen erschienen Jugendliche aus selbstverwalteten Jugendclubs aus der Umgebung sowie TeilnehmerInnen des Jugendforums Meißen. In der Vorstellungsrunde betonte der Landtagspräsident die Wichtigkeit des Projekts „Flexibles Jugendmanagement“ und drückte seine Wertschätzung für die Kinder- und Jugendarbeit aus. Er möchte die jungen Leute zu mehr Beteiligung ermutigen, vor allem auch zur Kritik, in einer sachlichen Art und Weise.

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„Geht mit der Künstlichen Intelligenz Menschlichkeit verloren?“
Frage eines Teilnehmers

Um ins Gespräch zu kommen, erarbeitete das Jugendforum im Vorfeld ein paar Thesen, zu denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Herr Dierks in Position bringen durften, um dann darüber ins Gespräch zu kommen. Gewählt werden konnte dazu zwischen den Aussagen „Ich stimme voll zu!“, „Sehe ich ähnlich, aber…“, „Wohl eher nicht, denn…“ und „So ein Mumpitz!“. Die Mehrheit war sich bei vier von fünf Thesen recht einig, nur bei der Aussage „Ich kann mir vorstellen hier im ländlichen Raum von Sachsen später eine Familie zu gründen.“, teilten sich die Positionen der Jugendlichen hälftig in pro und contra. Dies nahm Alexander Dierks zum Anlass, nach den größten Ängsten der jungen Leute zu fragen.

„Warum machen wir das hier?“
Frage eines Teilnehmers

Ganz allgemein wurde das Thema „Geld“ genannt, weil man sich nicht vorstellen kann, wie die zukünftigen Kosten bewältigt werden sollen. Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) war ein Punkt. Wie viele Arbeitsplätze fallen perspektivisch durch KI weg und geht dabei die Menschlichkeit verloren? Auch der seit Jahren andauernde Geburtenrückgang wurde angesprochen. Junge Erwachsene, die ein Studium Soziale Arbeit oder eine Ausbildung zur ErzieherIn absolviert haben, weil der Bedarf so groß war, sehen jetzt ihr Arbeitsfeld wegbrechen.

„Warum machen wir das hier? Es ändert sich doch eh nichts“ fragt eine Teilnehmerin abseits des Positionsspiels. Die Frage wurde anonymisiert nach der Gesprächsrunde an Herrn Dierks weitergegeben und er drückt sein Verständnis dafür ohne Umwege aus: „Politik ist langsam, weil natürlich viele Leute und Betrachtungsweisen in den Prozess mit einbezogen werden müssen.“ Dennoch, oder gerade deswegen, sind solche Gesprächsrunden wie in Lauterbach mit den betreffenden Menschen vor Ort so wichtig. „Es herrscht eine ganz andere Atmosphäre und Offenheit, wenn sich jemand in seiner vertrauten Umgebung mitteilt, als in einem kahlen Büro.“ Diese Themen nehme er selbstverständlich mit und sie beeinflussen natürlich auch seine parteiliche Arbeit.

Nach einer Bratwurst vom Grill macht sich Alexander Dierks wieder auf den Weg und zurück bleibt eine spürbar angenehme Atmosphäre, in der alle Anwesenden die Veranstaltung noch ruhig ausklingen lassen.

Über Aktival24:
Die jungen Menschen entwickeln eigene Ideen und setzen Projekte selbstständig um. In diesem Jahr waren das zum Beispiel die Unkrautbeseitung auf dem Ehrenfriedhof Lommatzsch und Verschönerungsarbeiten im Jugendclub Bauda. Bei Bedarf werden sie von ehren- und hauptamtlichen Kräften unterstützt.
Der Kreisjugendring Meißen und das Flexible Jugendmanagement koordinieren die Aktionstage, begleiten die Gruppen, unterstützen organisatorisch und übernehmen die Öffentlichkeitsarbeit. Die nächsten Aktionstage finden im Mai 2027 statt.




Dieser Artikel ist im Rahmen des Projekts "Bürger machen Journalismus" entstanden.
Mehr Informationen zum Projekt - und wie auch Sie teilnehmen können - finden Sie unter: www.buergerjournalismus-sachsen.de

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