Soviel Aufregung gab es in Zeithain lange nicht: Absperrungen mitten im Ort, Polizisten, Giftexperten und Feuerwehrleute in Schutzanzügen. Am Donnerstag durchsuchte das Landeskriminalamt mit Unterstützung des Robert-Koch-Institutes und der Landesfeuer- und Katastrophenschutzschule ein Einfamilienhaus in Zeithain. Die Untersuchung, die bis Mitternacht andauerte, ergab keine Hinweise auf eine Gesundheitsgefahr für Dritte. Das teilte das LKA mit.
Gleichwohl wurden verschiedene Gerätschaften, die zur Herstellung von Substanzen genutzt werden könnten, mehrere elektronische Datenträger und Schriftstücke sichergestellt. Diese Funde werfen Fragen zur Verwendung und möglichen gesetzlichen Übertretungen auf.
Die Staatsanwaltschaft Dresden und das LKA Sachsen ermitteln gegen einen 16-jährigen Deutschen. Ihm wird vorgeworfen, gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen zu haben. In einem eigens dafür eingerichteten Labor im Dachgeschoss seines Elternhauses in Zeithain soll er mehrere Ampullen eines Gemisches aus Aconitin und Rizin hergestellt und aufbewahrt haben. Sein Motiv ist unklar. Er ist nicht vorbestraft und wurde auch nicht in Haft genommen. In den kommenden Tagen soll der Verdächtige mit einem Pflichtverteidiger vernommen werden.