Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Meißen News

Kreis Meißen: Nur wenige Bauarbeiten sind über 63

Kreis Meißen: Nur wenige Bauarbeiten sind über 63
Der Job auf dem Bau ist schwer. Ältere halten ihn nicht lange durch. Foto: IG Bau Dresden
Von: Meißen News
Im Kreis Meißen arbeiten nur wenige Bauarbeiter bis über 63. Die IG Bau fordert nun eine Rente, die sich an der Härte des Jobs orientiert.

Im Landkreis Meißen sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur nur rund 170 von etwa 3.290 Bauarbeitern älter als 63 Jahre. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) Dresden fordert deshalb, die Rente stärker an den Härtegrad der Arbeit anzupassen.

Jörg Borowski, Vorsitzender der IG BAU Dresden, sagte, auf dem Bau sei körperlich schwere Arbeit bei Wind und Wetter, Hitze und Frost Alltag. Für viele Beschäftigte auf dem Bau sei schon vor dem 60. Lebensjahr Schluss, weil sie die Arbeit gesundheitlich nicht mehr schafften, erklärte Borowski. Es sei kaum möglich, bis 67 auf dem Bau zu arbeiten. Sollte die Lebensarbeitszeit weiter steigen, habe das für diese Berufsgruppe keine Chance, so der Gewerkschafter. Kritik übte die IG BAU Dresden an den Plänen der Rentenkommission, die von der Bundesregierung umgesetzt werden sollen. Aus Sicht der Gewerkschaft fehle eine Flexi-Rente, die vernünftige Übergänge in den Ruhestand ermögliche.

Notwendig sei ein „Expresszugang in den regulären Ruhestand“ für Branchen, in denen Beschäftigte gesundheitlich früher an ihre Grenzen kämen. Das gelte neben dem Bau auch für Land- und Forstwirtschaft, Gebäudereinigung sowie Garten- und Landschaftsbau. An die Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis Meißen und der Region appellierte die IG Bau Dresden, die Pläne der Bundesregierung zu korrigieren. Andernfalls würden solche Berufe weiter an Attraktivität verlieren.

Mehr aus dieser Kategorie

Zudem kritisierte die Gewerkschaft ein mögliches Ende der Rente mit 63. Das wäre nach Borowskis Worten für viele Baby-Boomer ein harter Einschnitt in ihre Lebensplanung. Nach Angaben der IG BAU Dresden, die sich auf Berechnungen des Pestel-Instituts beruft, leben im Landkreis Meißen 39.800 Baby-Boomer, die in den kommenden zehn Jahren in Rente gehen werden. Viele von ihnen hätten 45 Beitragsjahre erreicht. Ihnen kurz vor dem Renteneintritt die Rente mit 63 zu nehmen, koste Vertrauen in die Politik und den Staat, sagte Borowski. Auch das Rentenniveau steht aus Sicht der Gewerkschaft in der Kritik. In den 33 Vorschlägen der Rentenkommission fehle eine garantierte Haltelinie. Der Staat dürfe den Baby-Boomern ab 2031 kein Absinken unter 48 Prozent zumuten, forderte Borowski. Das Rentenniveau müsse später wieder auf mindestens 53 Prozent steigen.

Meißen News
Artikel von

Meißen News

Meißen News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media