Am Dienstag, den 22. September, werden an der Villa Kolbe in der Zinzendorfstraße 16 vier Stolpersteine für die während der NS-Zeit als jüdisch verfolgte Familie Kohlmann verlegt. Die AG Geschichte Radebeul teilte mit, dass damit die Namen und Lebenswege der Familie öffentlich in Erinnerung gerufen werden sollen.
Die Biografien der Verfolgten sollen vorgestellt werden; außerdem bestehe die Möglichkeit, im stillen Gedenken Einzelblumen abzulegen. Nach Angaben der Initiatoren unterstützten der Verein Stolpersteine für Dresden, die Musikschule des Landkreises, die Stadt Radebeul, René Kuhnt und das Radisson Blu Park Hotel die Vorbereitung. Zu der Verlegung würden auch Nachfahren der Familie in Radebeul begrüßt. Hintergrund ist die Verfolgung von Brunhilde Kohlmann, die trotz evangelisch-lutherischer Taufe nach NS-Rasseterminologie als „Volljüdin“ galt. Ihre Kinder Ursula und Andreas seien als „jüdische Mischlinge“ verfolgt worden; alle drei hätten Zwangsarbeit leisten müssen.
Der Arzt Johannes Kohlmann, der keinen jüdischen Familienhintergrund gehabt habe, habe seine Familie geschützt und seine Frau vor der Deportation bewahrt. Alle hätten das Kriegsende überlebt. Im Anschluss klinge die Verlegung mit einem Kaffeetrinken im Garten der Villa aus. Um 18.30 Uhr lade das Radisson Blu Park Hotel zudem zu einem moderierten Gespräch zwischen den Nachfahren der Familie Kohlmann und Radebeuler Schülerinnen und Schülern ein.