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Meißner AfD‑Abgeordneter kritisiert Umgang mit Benin‑Bronzen scharf

Meißner AfD‑Abgeordneter kritisiert Umgang mit Benin‑Bronzen scharf
Zwei Benin-Bronzen aus Hamburg: Der Kopf von König Oba und ein Jagdhund. Foto: Museum für Kunst und Gewerbe/Völkerkundemuseum Hamburg
Von: Meißen News
Thomas Kirste wirft Bund und Freistaat vor, wertvolle Benin‑Bronzen "verschleudert“ zu haben. Eine Anfrage zeigt: Ihr Verbleib ist unklar.

Der Meißner AfD‑Landtagsabgeordnete Thomas Kirste erhebt schwere Vorwürfe gegen die sächsische Staatsregierung und die Bundesregierung. Das teilte Kirste am Sonntag mit. Hintergrund ist die Restitution der sogenannten Benin‑Bronzen, die 2022 an Nigeria übergeben wurden. Eine Kleine Anfrage Kirstes im Sächsischen Landtag habe ergeben, dass die Staatsregierung „keine Kenntnis“ darüber habe, wo sich die zurückgegebenen Kunstschätze aktuell befinden. „Die Staatsregierung hat keine blasse Ahnung, wo sich diese zurückgegebenen Beninbronzen jetzt befinden“, heißt es in der Stellungnahme. „Eingetroffen ist, wovor viele Fachleute seit Jahren warnten.“

Die Bronzen sollten im neu errichteten Museum of West African Art (MOWAA) in Benin City ausgestellt werden. Laut Kirste befinden sie sich dort jedoch nicht. Der Museumsbau wurde nach Angaben der New York Times mit 4,5 Millionen Euro aus Deutschland gefördert. Kirste sieht darin die Bestätigung seiner Warnungen, die er als kulturpolitischer Sprecher der AfD‑Fraktion seit Jahren geäußert habe.

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In seiner Stellungnahme zeichnet Kirste die historische Herkunft der Bronzen nach: Sie stammen aus dem Königreich Benin, das ab dem 16. Jahrhundert am transatlantischen Sklavenhandel beteiligt war. Die Bronzen gelangten nach der britischen Strafexpedition von 1897 nach Europa und wurden später von Museen in Deutschland und anderen Ländern erworben. In Sachsen lagerten 259 Stücke in den Völkerkundemuseen Leipzig und Dresden.

Kirste kritisiert, dass der heutige Oba von Benin die Bronzen zu seinem Privateigentum erklärt habe und darin von Bund und Freistaat bestärkt werde. Damit drohe, dass die Kunstwerke der Öffentlichkeit dauerhaft entzogen würden. Die Restitution sei aus seiner Sicht ein „präzedenzloser Skandal“.

Die AfD‑Fraktion fordert Aufklärung über den Verbleib der Kunstschätze und eine Neubewertung der Restitutionspolitik. Kirste sieht die Gefahr, dass bedeutende kulturhistorische Objekte „für immer verloren“ sein könnten.

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