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Landesausstellung 2029 in Meißen: Was ist sächsisch?

Landesausstellung 2029 in Meißen: Was ist sächsisch?
Blick auf die Albrechtsburg: 2029 ist hier die Sächsische Landesausstellung. Foto: Ben Walther
Von: Meißen News
Sachsen stellt das Konzept für die Landesausstellung 2029 vor – und will schon ab sofort die Menschen einbinden. Welche „Sachsenspuren“ am Ende zählen, ist noch offen.

Die 5. Sächsische Landesausstellung im Jahr 2029 nimmt konkrete Formen an: Auf der Albrechtsburg Meißen sind am Dienstag (5. Mai) Feinkonzept und Logo der Schau vorgestellt worden. Das sächsische Staatsministerium für Kultur und Tourismus teilte dazu mit, dass die Ausstellung nicht nur Geschichte erzählen, sondern die Menschen im Land schon ab 2026 aktiv beteiligen soll. Neben der eigentlichen Präsentation ist dafür ein mehrjähriger Prozess bis 2029 geplant, in dem Bürgerinnen und Bürger eigene Ideen, Erinnerungen und Perspektiven einbringen können.

Im Mittelpunkt steht ein großes Thema: 1.100 Jahre sächsische Geschichte – und die Frage „Was ist eigentlich sächsisch?“. Die Ausstellung will sächsische Identität, Zugehörigkeit und Wandel in den Blick nehmen. Geplant ist eine Verbindung unterschiedlicher Epochen: vom Mittelalter über Barock und Industrialisierung bis zur Zeit des Nationalsozialismus, der DDR und der Gegenwart. Der Ansatz: Sachsen nicht nur als historisches Territorium zu betrachten, sondern als Lebensraum, geprägt durch kulturelle Vielfalt, Innovation, religiöse Entwicklungen, politische Umbrüche und internationale Beziehungen.

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Vorgestellt wurde das Feinkonzept von Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch gemeinsam mit Ministerpräsident Michael Kretschmer, dem Geschäftsführer der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) Christian Striefler sowie Markus Renner, Oberbürgermeister der Stadt Meißen. Als Ausstellungsort ist die Albrechtsburg Meißen gesetzt – ein symbolträchtiger Platz, weil hier sächsische Geschichte früh sichtbar wird. Gleichzeitig soll die Schau den Blick nach vorn richten: Nicht nur „große Namen“ sollen im Vordergrund stehen, sondern die Geschichten der Menschen, die das Land geprägt haben und prägen.

Geschichten, Porträts und Filme geplant

Kernstück des Vorlaufs ist ein Beteiligungsprozess von 2026 bis 2029. Geplant sind Beiträge über Social-Media-Kanäle, Veranstaltungen sowie Ausstellungen und Projekte im ganzen Land. Ziel ist eine „große Sachsen-Erzählung“, in der Menschen mit ihren Erinnerungen, Wünschen, Träumen und Ideen selbst zu Wort kommen. Entstehende Inhalte – etwa Geschichten, Porträts oder Filme – können später Teil des Festjahres in Meißen werden und in unterschiedlichen Formen rund um die Landesausstellung auftauchen.

Ein erstes konkretes Format soll bereits 2026 starten: das Beteiligungsprojekt „Zeig Dein Sachsen“, angesiedelt im Umfeld der Kampagne „So geht sächsisch“. Dazu kommt ein weiteres Teilprojekt mit dem Titel „Mein Sachsenbild“: Vorgesehen ist ein interaktives, digitales Spiel, das vor allem jüngere Generationen für das Ausstellungsthema ansprechen soll. Damit setzt der Veranstalter auf Vermittlung, die nicht nur im Museum stattfindet, sondern auch digital und dialogorientiert.

Rundgang: Macht, Raum und Glaube

Wie die Ausstellung inhaltlich strukturiert werden soll, steht ebenfalls fest. Für den Rundgang wurden sechs Kategorien ausgewählt: Macht, Raum, Begegnung, Glaube, Kultur und Innovation. Diese Themen leiten sich aus den großen Wandgemälden der Albrechtsburg Meißen ab. „Macht“ soll Politikgeschichte aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. „Raum“ richtet den Blick auf sächsische Landschaften und ihre Nutzung. „Begegnung“ thematisiert Sachsen als Ort interkulturellen Austauschs. Unter „Glaube“ geht es um religiöse Prägungen und volksmythologische Inhalte. „Kultur“ spannt den Bogen von (Volks-)Kunst, Musik und Dialekt über Literatur und Sport bis zur Kulinarik. „Innovation“ nimmt Reformwesen, Industriekultur, Bildung und Wissenschaft in den Fokus.

Als kuratorisches Prinzip sind pro Kategorie fünf sogenannte „Sachsenspuren“ vorgesehen – insgesamt 30 Leitmotive, die die Ausstellung strukturieren sollen. Diese „Sachsenspuren“ können prägende Ereignisse, Orte, Objekte oder Persönlichkeiten sein und zentrale Entwicklungslinien für das Publikum nachvollziehbar machen. Nach Angaben der Organisatoren arbeitet das kuratorische Team seit Jahresbeginn an Recherche und Auswahl; nun sollen Protagonistinnen und Protagonisten gefunden werden, um die Themen stärker „akteurszentriert“ zu erzählen.

Meißen feiert 1.100 Jahre

Für die Stadt Meißen ist die Landesausstellung auch deshalb besonders, weil sie mit dem Festjahr „1.100 Jahre Meißen“ zusammenfallen soll. Die Gastgeberrolle rückt die Stadt, die oft als „Wiege Sachsens“ beschrieben wird, zusätzlich in den Fokus. Bis 2029 bleibt dabei eine entscheidende Frage bewusst offen: Welche Geschichten und Stimmen die große Erzählung prägen werden – das soll in den kommenden Jahren auch von den Menschen im Land selbst mitbestimmt werden.

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