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Kaffee nach dem Chor: Wie das „Haus für Viele(s)“ um Mieter kämpft

Kaffee nach dem Chor: Wie das „Haus für Viele(s)“ um Mieter kämpft
Dicke Freunde: Serpina Bittner (r.) und Romy Leutert vorm Haus für Vieles. Foto: Ulf Mallek
Von: Meißen News
Seit Januar fehlt dem Vereinshaus in der Dresdner Straße ein langjähriger Mieter. Vorsitzende Serpina Bittner sucht Nachmieter für Büros und Saal – und wirft der Stadt mangelnde Hilfe vor. Eine GoFundMe-Aktion gab vorübergehend Luft.

Ein Bericht von Ulf Mallek

Der Kaffee dampft. Es gibt ein Stück selbstgebackenen Apfelkuchen. Serpina Bittner und Romy Leutert rühren in ihren Tassen. Es ist Kaffeezeit, und der Seniorenchor hat gerade seine Probe beendet. Heute kommen keine weiteren Gäste. Und das ist das generelle Problem.

Das „Ein Haus für Viele(s)“ in der Dresdner Straße 13 in Meißen steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Die Partei Die Linke ist im Januar als zahlungskräftiger Mieter ausgezogen – nach rund 20 Jahren. Damit entfällt eine wichtige Mieteinnahme, sagt Serpina Bittner. Und das stimme sie traurig, denn die PDS/Die Linke war ja Mitgründer des Projektes und des Vereins. Die Idee dahinter ist, ein Haus der Begegnung für ganz Meißen zu entwickeln. Der Verein mit 15 Mitgliedern  ist Eigentümer des Hauses, muss aber weiter Zinsen und Tilgung an die Bank sowie Betriebskosten zahlen. Serpina Bittner, Romy Leutert und zwei Helfer arbeiteten hier ehrenamtlich. Bittner arbeitete früher als Mitarbeiterin von Bundestagsabgeordneten Dr. André Hahn. Sie hat auch Geflüchtete in Deutsch unterrichtet.

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Der gemeinnützige Verein wurde am 27. November 1997 gegründet und betreibt in Meißen-Cölln sein soziokulturelles Zentrum: Vermietung von Saal, Seminarraum und Büros an Vereine, Kursanbieter und für Familienfeiern; dazu eigene Angebote von Kinder- und Jugendarbeit wie den Kidstreff über Seniorensport und Singgruppen bis Ferienlager. Die Firma wwb bietet eine Weiterbildung für Senioren an. 170 Menschen nutzen die Angebote jede Woche. Doch Dauermieteinnahmen fehlen im Budget.

Bittner sagt, man müsse zwei offene Büros und den Saal wieder vermieten, „um das Haus zu erhalten“. Von der Stadt komme keine Hilfe, Gespräche seien im Sand verlaufen. Andere Träger wie Hafenstraße e.V. oder die Arche hätten bezahlte Kräfte und mehr Mittel – das Haus für Viele(s) arbeite rein ehrenamtlich. Die Corona-Schließzeit und ihre Folgen hätten den Verein an den Rand der Existenz gebracht, weil Betriebskosten und der alte Baukredit weiterliefen. Sponsoren unterstützten die Projektarbeit, die laufenden Hauskosten bleibe das Problem.

Eine GoFundMe-Spendenaktion, die Bittner angestoßen hatte, habe „vorübergehend wieder Hoffnung“ gegeben und über mehrere Monate geholfen, schreibt sie. Die Vereinswebsite verweist weiterhin auf ein Spendenkonto. 

Aktuell setzt Bittner vor allem auf neue Mieter und mehr Wochenendbuchungen für Feiern. Auch die zwei Büros und der Saal stehen zur Vermietung. Für das Haus in der Dresdner Straße bleibt die Rechnung einfach: Ohne Mieter reicht die ehrenamtliche Kraft allein nicht. "Wir lieben unsere Arbeit, und Meißen braucht unser Haus als Haus der Begegnung", sagt Serpina Bittner und trinkt den letzten Schluck Kaffee. Jetzt muss sie los, einer 95-Jährigen zum Geburtstag gratulieren.

Aktuelles Angebot: Grab- und Adventsgestecke können bestellt werden. Die Einnahmen helfen dem Haus. Bestellungen unter 0172-3424861 oder 03521-4844350.

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