Sie war literarische Chronistin ihrer Zeit: Christa Wolf. Die berühmte DDR-Schriftstellerin steht im Mittelpunkt eines Seminars in der Evangelischen Akademie Sachsen. Vom 1. bis 3. Mai lädt die Einrichtung in den Klosterhof St. Afra in Meißen ein. Das Seminar unter dem Titel „Wenn wir zu hoffen aufhören … – Christa Wolf im Spannungsfeld zwischen Realität und Utopie“ behandelt vor allem die Frage, wie die Autorin ihre Zeit beobachtete: illusionslos, kritisch und zugleich offen.
Die Referentinnen wollen dabei auch einer Leitfrage aus Wolfs Werk nachgehen: „Wie können Menschen zu sich selbst kommen und gewaltfreie Beziehungen untereinander entwickeln?“ Die Veranstaltung verbindet literarische Analyse mit gesellschaftlicher Debatte.
Einen praktischen Zugang zu dieser Frage bot bereits die 35. Schreibwerkstatt der Evangelischen Akademie Sachsen vom 20. bis 22. Februar. Unter dem Motto „Friede nährt, Unfriede verzehrt“ kamen – wie in den 34 Schreibwerkstätten zuvor – Christen und Nichtchristen, Gläubige und Konfessionslose zusammen. Im kreativen Miteinander wurden Akzeptanz und Verständnis nicht nur diskutiert, sondern gelebt.