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Carsharing-Angebot in Meißen expandiert: Gestiegene Nachfrage

Blick entlang Bahnsteig, an dem eine S-Bahn steht
Bahnhof Meißen Triebischtal (Archivbild), Foto: Kleeblatt187 (CC BY-SA 4.0)
Von: Bürgerjournalismus in Sachsen
Ein Interview von Frank Buchholz

Am 21. April geht der fünfte teilAuto-Standort in Meißen am S-Bahnhof Meißen-Triebischtal an den Start.
Ein Interview mit Antje Böttcher vom Verein Verkehrswende in Kleinen Städten e. V. 

Frau Böttcher, mit dem inzwischen fünften teilAuto-Standort in Meißen-Triebischtal, der am Dienstag eröffnet wird, geht Carsharing ins fünfte Jahr seines Bestehens. Was ist das Erfolgsrezept?

Die Meißener Bürgerinnen und Bürger wägen nüchtern ab. Hohe Neuanschaffungskosten, hohe Kraftstoffpreise und ständige Parkplatzsuche für ein eigenes Auto bei einem gleichzeitigen Carsharing-Angebot an der Schnittstelle zum ÖPNV. Da ist die gemeinsame, flexible und bedarfsorientierte Nutzung eines Carsharing-Autos häufig eine wirtschaftlich und ökologisch interessante Alternative. Das merken wir an einer gestiegenen Nachfrage.

Wie hat sich das Carsharing-Angebot des Leipziger Anbieters teilAuto entwickelt?

Seit 2021 gibt es in Meißen das Angebot. Zunächst gab es zwei Standorte mit je einem Fahrzeug am P&R-Parkplatz am Busbahnhof und auf dem Kleinmarkt in der Altstadt. Inzwischen sind es vier Fahrzeuge mit zwei Autos am Busbahnhof, ein Fahrzeug am Kleinmarkt und ein Fahrzeug auf dem P&R-Parkplatz Meißen-Triebischtal. Hier steht Dank der steigenden Nachfrage seit dieser Woche mit einem Skoda Octavia Automatic nun das fünfte Meißener Fahrzeug zur gemeinsamen Nutzung bereit.

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Könnten Sie bitte die Nutzung des teilAuto-Angebots in Meißen im Vergleich zu anderen mittelgroßen Städten mit 20.000 bis 50.000 Einwohner einordnen?

Zum Vergleich mit anderen Mittelstädten ist es wichtig nicht nur die Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte, sondern auch die Lage der Kommune und die Qualität des ÖPNV heranzuziehen: Meißen ist einiges kleiner als z. B. Bautzen oder Plauen, liegt aber nun mal im Umland von Dresden, wo es Carsharing mit teilAuto seit 20 Jahren gibt. Genau wie in Radebeul, Coswig und Pirna gibt es auch in Meißen Menschen, die früher in Dresden gewohnt und teilAuto dort genutzt haben. Und die wissen dann, wie das Ganze funktioniert und freuen sich, dass sie auch auf dem Land kein eigenes Auto oder zumindest keinen Zweitwagen brauchen. Hinzu kommt der gute S-Bahn-Anschluss, der aus meiner Sicht einiges an Pendelei mit dem Auto vermeidet. Für die wenigen Autofahrten, die sein müssen, kommt dann Carsharing ins Spiel. Mit anderen Worten: die Auslastung ist ziemlich gut.
Wie ist die Dynamik der Entwicklung von Carsharing? Liegt hier Meißen im Trend?
Aufgrund der eben beschriebenen Ausgangslage hat Meißen – ähnlich wie Pirna – eine stärkere Dynamik als andere Städte. Auch Coswig im Landkreis ist gut gestartet und entwickelt sich gut. Hinzu kommt, dass Meißnerinnen und Meißner nach Coswig, Radebeul oder nach Dresden ausweichen können, wenn die Meißner Autos ausgebucht sind. Umgedreht passiert das auch. Das ist eine andere Hausnummer als z.B. in Bautzen oder Plauen, wo es jeweils in die nächste teilAuto-Stadt deutlich weiter ist. Zudem sind Meißen als auch Pirna hinsichtlich Parksituation in den Innenstädten eine Katastrophe. Da ist gar kein Platz für ein eigenes Auto.
Gibt es weiter Städte, insbesondere im Landkreis Meißen, in denen neue CarSharing-Angebote von teilAuto geplant sind?
Aktuell gibt es nach dem Kleine-Städte-Modell (also so wie z.B. Meißen, Coswig und Bautzen gestartet sind) keine weiteren Städte, die ein teilAuto-Carsharing planen. Aus Riesa gab es 2023 eine Anfrage der Stadtverwaltung, die anscheinend nicht weiter verfolgt wird. Die Initiative für neue Standorte muss aus den Kommunen und der Bürgerschaft kommen, teilAuto selbst wird nicht aktiv. 


Dieser Artikel ist im Rahmen des Projekts "Bürger machen Journalismus" entstanden.
Mehr Informationen zum Projekt - und wie auch Sie teilnehmen können - finden Sie unter: www.buergerjournalismus-sachsen.de

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