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Beispiel Regensburg: Fördergeld für alte Häuser

Beispiel Regensburg: Fördergeld für alte Häuser
Gruppenbild AG Historische Städte in Regensburg. Foto: Stadt Regensburg
Von: Meißen News
In Regensburg beriet die Arbeitsgemeinschaft Historische Städte über Förderbedingungen und besichtigte zentrale Projekte in der Stadt.

Meißen war dabei. Am 19. und 20. März kamen Vertreter der Stadtverwaltungen aus Bamberg, Görlitz, Lübeck, Meißen, Stralsund und Regensburg zur Frühjahrstagung der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte (AG) in Regensburg zusammen. Im Fokus standen aktuelle planerische Aufgaben in den Mitgliedsstädten, die Lage der Städtebauförderung sowie konkrete Regensburger Projekte, die zwischen Denkmalschutz, Klimaanpassung und zeitgemäßer Nutzung neue Wege gehen, teilte die Stadt Regensburg mit.

Planungs- und Baureferent Florian Plajer betonte die doppelte Verantwortung historischer Städte: Es gelte, das baukulturelle Erbe zu bewahren und zugleich Erneuerung zu ermöglichen. Stadtentwicklung müsse als Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden, gerade wenn es darum gehe, kulturelle Identität zu sichern und tragfähige Lösungen für die Zukunft der Altstädte zu entwickeln. Die Arbeitsgemeinschaft sei dafür ein wichtiges Netzwerk, um voneinander zu lernen und Erfahrungen zu bündeln.

Förderlandschaft als zentrale Herausforderung

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Ein Schwerpunkt der Tagung war die Diskussion zur aktuellen Förderlandschaft. Bereits im Vorjahr hatte die AG die Position des Deutschen Städtetags zur Situation der Kommunen in der Städtebauförderung beraten. Die Arbeitsgemeinschaft trägt dessen Forderungen nach realistischen Eigenanteilen beziehungsweise finanzieller Entlastung, nach Bürokratieabbau, flexibleren Fristen, der Stärkung kommunaler Planungs- und Umsetzungskapazitäten sowie der Förderfähigkeit von Planungskosten vollumfänglich mit.

Auch Regensburg hob die Notwendigkeit einer verlässlichen Förderpolitik hervor. Dr. Volker Höcht, Leiter des Amts für Stadtentwicklung, unterstrich, dass historische Städte langfristigen Erhalt und nachhaltige Entwicklung nur mit abgestimmten und kohärenten Förderstrukturen sichern könnten. Damit werde nicht nur der besondere bauliche Bestand geschützt, sondern auch die kulturelle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung historischer Innenstädte gestärkt.

Kultur, Begegnung und neue Nutzungen

Nach einer Einführung in ausgewählte Vorhaben folgte ein Rundgang zu Projekten, die exemplarisch für aktuelle Transformationsaufgaben stehen. Startpunkt war das Auwegareal, für das derzeit ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet wird. Im Mittelpunkt standen das Stadtlagerhaus und die Auweghallen. Auf den Flächen soll künftig ein Kreativareal entstehen, das Raum für neue Arbeitsformen, kulturelle Produktion und lokale Netzwerke bietet.

In der Altstadt ging es weiter zum St. Katharinenspital. Im Rahmen des Projekts „OIKOS“ wurde nach dem Meisterhaus zwischenzeitlich auch das Schreiberhaus umfassend saniert. Es wird als „Haus der Vereine“ genutzt und gilt als gut angenommenes Angebot für bürgerschaftliches Engagement. Als nächster Schritt ist vorgesehen, die Außenanlagen barrierefrei zu gestalten – ein Thema, das in historischen Quartieren regelmäßig besondere Anforderungen an Planung und Ausführung stellt.

Anschließend führte die Route in das Sanierungsgebiet Obermünsterviertel. Dort wurden bereits erste Sofortmaßnahmen umgesetzt. Perspektivisch soll das Areal voraussichtlich 2028 zu einem begrünten und deutlich verkehrsberuhigten Bereich umgestaltet werden. Die Teilnehmenden diskutierten dabei Fragen der Aufenthaltsqualität, der Erreichbarkeit und der Gestaltung öffentlicher Räume in sensiblen historischen Kontexten.

Zum Abschluss stand das Emmeram Forum Regensburg auf dem Programm. Seit seiner Fertigstellung im November 2024 dient es als Kultur- und Begegnungsort. Bei der Besichtigung ging es auch um die Rolle solcher Orte für eine lebendige Altstadt: Nutzungsmischung, Programmvielfalt und niederschwellige Zugänge gelten als Bausteine, um Innenstädte langfristig attraktiv und sozial stabil zu halten.

Bauherrenpreis 2026 und neuer Internetauftritt

Neben den aktuellen Stadtentwicklungsfragen informierte die Arbeitsgemeinschaft über eigene Vorhaben. Derzeit arbeitet die AG an der Auslobung für den Bauherrenpreis 2026. Zudem soll bis Ende April 2026 der Internetauftritt der Arbeitsgemeinschaft vollständig neu aufgestellt werden. Beides soll die Sichtbarkeit der Themen der historischen Städte erhöhen und den Austausch weiter stärken.

Der Regensburger Bauherrenpreis wird seit 1998 alle vier Jahre vergeben und zeichnet hervorragende Sanierungs- und Neubauprojekte im Kontext historischer Innenstädte aus. 

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