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Autonome Hummel ab Oktober im Meißner Stadtverkehr

Autonome Hummel ab Oktober im Meißner Stadtverkehr
Durfte das Shuttle als einer der ersten testen: Bürgermeister Sebastian Schöne mit Martin Billiet, Lead Engineer - ADAS Sensor Validation, der den Versuch in Meißen für die Firma Bertrand betreut. Fotos: Stadt Meißen
Von: Meißen News
Bei einem Mobilitätstag feierte die Stadt die Erprobungsgenehmigung für das autonome Shuttle BumblB. Bürgermeister Schöne sieht Chancen für Proschwitz–Rottewitz–Winkwitz und die Anbindung an den Bahnhof zur 1.100-Jahr-Feier.

Ein Bericht von Bürgerjournalisten Torsten Küllig

Hat ein Hummel-Logo und sieht aus wie eine Hummel. Mit viel gelb. Ab Oktober soll das autonome Shuttle BumbleB im Meißner Stadtverkehr erstmals sichtbar werden – im charakteristischen Bienen-Look, noch ohne regulären Fahrgastbetrieb und ohne feste Haltestellen. Das kündigte die Stadt Meißen am Freitag beim Mobilitätstag „Autonomes Fahren in Ostsachsen“ im Beruflichen Schulzentrum an der Goethestraße an. Anlass war zugleich die Feier der Erprobungsgenehmigung für den Betrieb in Meißen.

Bürgermeister Sebastian Schöne begrüßte Partner aus der Bertrandt Group, Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM), City Outlet Pirna, TU Dresden (Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“), Smart Mobility Lab Hoyerswerda und Volkswagen Sachsen. Demonstrationsfahrten gab es im Anschluss auf dem Gelände der VGM.

BumbleB auf dem VGM-Betriebsgelände.

Ergänzung zum ÖPNV, nicht Ersatz

„Als wichtiges Mittelzentrum für unsere Region sehen wir in autonomen Shuttles eine sinnvolle Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr, insbesondere in Gebieten, in denen Angebote aus wirtschaftlichen Gründen reduziert wurden“, sagte Schöne bei der Begrüßung. Als Beispiel nannte er die Anbindung von Proschwitz–Rottewitz–Winkwitz an Meißen. Denkbar sei auch eine Verbindung zwischen Bahnhof und Altstadt – etwa zur 1.100-Jahr-Feier Meißens 2029. „Wir wollen die ländlichen Räume und Regionen besser an das ÖPNV-Netz anbinden und gleichzeitig die Wertschöpfung autonomer Mobilität von Anfang an mitgestalten.“

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Wirtschaftsförderer Marco Hanisch betonte die frühzeitige Öffentlichkeitsarbeit: „Ein Fahrzeug ohne Fahrer im Stadtbild soll keine Verwirrung stiften. Deshalb haben wir heute das Projekt und den geplanten Erprobungsbetrieb auch für Medien und Öffentlichkeit vorgestellt.“ Eingeladen waren laut Stadt auch Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Ordnungsamt.

Technisch und strategisch erläuterten Vertreter des das Netzwerks MOBILINK / Bertrandt das Projekt auf Folien. Demnach wurden rund zehn Shuttles aus der Insolvenzmasse des Herstellers EasyMile übernommen und mit Partnern – darunter die Berner Fachhochschule – wieder auf die Straße gebracht; daraus entstand die Lernplattform für BumbleB 2.0. Sachsen. Sie will laut Präsentation bis 2030 vom Pilot- in den Regelbetrieb auf SAE Level 4 im ÖPNV. Bei Level 4 fährt das Auto vollautomatisiert. Es übernimmt das Lenken, Bremsen und Gasgeben komplett allein, aber nur in einem bestimmten Bereich. Ein Fahrer muss nicht mehr aufpassen. Er kann sich ausruhen oder schlafen, solange das Auto im erlaubten Bereich bleibt. Bei Level 5 ist kein Mensch mehr nötig, das Auto fährt unter allen Bedingungen autonom. 

Ein Letter of Intent vom 23. April 2026 mit 19 Partnern und rund 9,5 Millionen Euro Etat wurden als wirtschaftlicher und politischer Rahmen genannt. Eine Folie zeigte eine mögliche Meißner Erprobungsstrecke vom Kreuzpunkt über die Porzellan-Manufaktur bis an die Elbe – der Stadt zufolge steht der Erprobungsbetrieb ab Oktober im Vordergrund, noch nicht der Linienbetrieb.

Weitere Informationen zum Fahrzeug nennt Bertrandt unter www.bertrandt.com/bumbleb. Interessierte können sich für Mitfahrten unter Tel. 03521 467-454 oder wirtschaftsfoerderung@stadt-meissen.de anmelden.

Torsten Küllig ist Mitglied im Verein Die Bürgerjournalisten für Sachsen e.V. (i.G.)

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