In der Frauenkirche Meißen ist vom 5. Juli bis 5. Dezember die Ausstellung „Jüdisches Meißen" zu sehen. Das teilte die Stadtverwaltung Meißen mit. Die Ausstellung wurde von der Theologin und Archivwissenschaftlerin Christiane Donath und dem Kunsthistoriker Dr. Matthias Donath kuratiert und entstand als zentrales Projekt im Themenjahr TACHELES 2026 – dem Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen. Kooperationspartner sind das Zentrum für Kultur und Geschichte e. V., das Stadtmuseum Meißen und die Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Afra Meißen.
Jüdisches Leben in Meißen lässt sich bis ins 10. und 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Das erste jüdische Bethaus findet urkundlich bereits 1180 Erwähnung. Anhand von hebräischen Grabsteinfragmenten, verstreuten Urkunden und topografischen Hinweisen zeigt die Ausstellung ein jahrhundertelanges Miteinander in der Stadt – und seine Unterbrechungen: Verfolgungen im Mittelalter und den Bruch durch das Novemberpogrom 1938. „Zu allen Zeiten und bis heute finden sich immer wieder Parallelen in der Entstehung von Antisemitismus – es beginnt mit Gerüchten, Behauptungen und Unwahrheiten. Deshalb ist und bleibt es relevant, dem entgegenzuwirken", erklärte Christiane Donath.