Abstrakt, Konstruktivistisch oder auch frei arbeitende Künstler haben es nicht immer leicht. Ob in der Malerei, der Grafik oder der Skulptur. Das geht auch Colin Ardley so, der anlässlich seines 70. Geburtstages in den Deutschen Werkstätten Hellerau unter dem Titel „TRANSITION II“ ausstellt. Seine raumgreifenden Holzinstallationen und Skulpturen sind eben nicht „nur einfach zusammengesetzte und umgearbeitete Holzabfälle“, so Ardley, sondern bewusst zueinander gesetzte geometrische Formen, Leisten und Papiere. Es bedarf wirklicher Perfektion, um am Ende etwas zu schaffen, das in den Augen Vieler eigentlich Unperfekt ist. Dieses gewollt Zufällige macht seine Kunst aus und hat in Dresden ein Alleinstellungsmerkmal. Um erstaunlicher, das er in der Dresdner Künstlerszene zwar vernetzt ist, in der Kunst der Stadt Dresden bisher aber kaum wahrnehmbar war.
In „Incline/ Odyssey“ von 2015 zeigen die Diagonalen, unterbrochen von verschiedenen Flächen, direkt auf die Mitte der Wandskulptur, in der sich die gesamte Kraft der Arbeit konzentriert. In „Decoy/Ascending“ von 2015/18, hier arbeitet er mit Holz, farbigem Karton und Wellpappe, ist die Skulptur unter einer Plexiglashaube „gefangen“. Ganz im Gegenteil von „Transition II“, die auf einer Länge von fast fünf Metern den Raum bodennah diagonal zerschneidet.