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Leipzig verweigert Übernahmen höherer Druckkosten für Personalausweise

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) im Leipziger Stadtrat. Foto: Jan Kaefer
Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) im Leipziger Stadtrat. Foto: Jan Kaefer
Von: Leipziger Zeitung
Leipzig lehnt höhere Druckkosten für Personalausweise ab. Die Stadt sieht Bund in der Pflicht und warnt vor wachsender finanzieller Belastung der Kommunen.

Die Stadt Leipzig weigert sich, eine von der Bundesdruckerei zum 1. März erhöhte Gebühr für die Herstellung von Personalausweisen zu übernehmen. Nach Angaben der Stadtverwaltung müssen Kommunen die Mehrkosten inzwischen selbst tragen, während diese zuvor vom Bund ausgeglichen wurden. Leipzig will die zusätzliche Summe daher nicht zahlen und erhält Rückendeckung vom Sächsischen Städte- und Gemeindetag.

Oberbürgermeister Burkhard Jung vertritt die Auffassung, dass der Bund als Auftraggeber auch für steigende Kosten aufkommen müsse. Wenn Druckkosten erhöht würden, müssten gleichzeitig die Gebühren angepasst werden, die Kommunen von Bürgern erheben dürfen. Da eine solche Anpassung bislang ausgeblieben sei, sehe sich die Stadt nicht verpflichtet, die höheren Forderungen zu erfüllen und werde die Erhöhung nicht berücksichtigen.

Konkret zahlt Leipzig weiterhin 27,23 Euro für Personalausweise für unter 24-Jährige, obwohl die Bundesdruckerei laut Stadt rund zwei Euro mehr verlangt. Die Differenz würde damit zulasten der kommunalen Haushalte gehen, sollten die erhöhten Kosten übernommen werden.

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Der Geschäftsführer des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, Mischa Woitschek, bewertet den Vorgang als Beispiel für ein grundlegendes Problem. Bund und Länder würden zunehmend Aufgaben und Standards festlegen, deren Umsetzung die Kommunen finanzieren müssten, ohne dass ein ausreichender Ausgleich erfolge. Städte und Gemeinden kritisieren seit Längerem eine strukturelle Unterfinanzierung. Für das vergangene Jahr beziffert Woitschek das Defizit der sächsischen Kommunen auf rund eine Milliarde Euro.

Die wachsende finanzielle Belastung könnte auch im bevorstehenden Leipziger Oberbürgermeisterwahlkampf an Bedeutung gewinnen. Bereits jetzt wird die angespannte Lage der Kommunalfinanzen von Kandidaten als zentrales politisches Thema hervorgehoben.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie hier auf L-IZ.de.

Leipziger Zeitung // René Loch // unterstützt von KI

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