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Efeu in Leipzig ohne Genehmigung entfernt: Verfahren wird geprüft

Die Efeu-Wand an der Thomasiusstraße im Vorher-Nachher-Vergleich. Fotos: Ökolöwe e.V.
Die Efeu-Wand an der Thomasiusstraße im Vorher-Nachher-Vergleich. Fotos: Ökolöwe e.V.
Von: Leipziger Zeitung
Der Efeu an der Fassade der Thomasiusstraße 6 wurde am 28. Januar 2026 ohne Genehmigung gekappt. Die Stadt Leipzig prüft ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Der Wiederbewuchs kann 10–15 Jahre dauern.

Die Entfernung des jahrzehntealten Efeus an der Fassade des Gebäudes Thomasiusstraße 6 in Leipzig ist nach Angaben der Stadt ohne vorherige Genehmigung erfolgt. Das bestätigte das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege nach einer Anfrage der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Der Vorfall hatte Ende Januar Aufmerksamkeit erregt, nachdem die Fassadenbegrünung nahezu vollständig entfernt worden war. Auch der Umweltverband Ökolöwe hatte daraufhin Anzeige erstattet.

Nach Kenntnis der Verwaltung wurde der Efeu am 28. Januar 2026 zunächst auf Brusthöhe durchtrennt und in den folgenden Tagen schrittweise von der gesamten Fassade entfernt. Ein Antrag auf Zustimmung zu einem teilweisen Rückschnitt ging erst am 29. Januar beim Amt für Umweltschutz ein und wurde Anfang Februar zur weiteren Bearbeitung an die Denkmalpflege im Amt für Bauordnung und Denkmalpflege weitergeleitet, da das Gebäude ein Einzeldenkmal ist.

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Reparaturen am Haus als Grund angegeben

Nach Einschätzung der Verwaltung kann eine bereits erfolgte, nicht genehmigte Maßnahme nicht nachträglich legalisiert werden. Daher wird derzeit geprüft, ob ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet wird. Eine abschließende Entscheidung steht noch aus.

Der Gebäudeeigentümer hatte nach Angaben der Behörde Reparaturen am Dach und am Giebel des Hauses als Grund für den Eingriff genannt. Für die Arbeiten sei die Aufstellung eines Gerüsts erforderlich gewesen, wofür die Fassadenbegrünung teilweise hätte entfernt werden müssen. Üblicherweise werde eine Genehmigung jedoch vor Beginn solcher Maßnahmen beantragt. Für das laufende Verfahren spielt zudem eine Rolle, dass der Efeu selbst nicht zum denkmalgeschützten Bestand des Gebäudes gehört.

Der Fall reiht sich nach Angaben der Verwaltung in eine Reihe ähnlicher Verstöße ein. Beim Amt für Stadtgrün und Gewässer wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche ungenehmigte Eingriffe in durch die Leipziger Baumschutzsatzung geschützte Gehölze registriert: 44 Fälle im Jahr 2023, 90 im Jahr 2024 und 74 im Jahr 2025.

Ob sich die entfernte Fassadenbegrünung erholen kann, ist derzeit noch unklar. Da ausschließlich oberirdische Pflanzenteile entfernt wurden, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass der Efeu erneut austreibt. Eine verlässliche Einschätzung der Regenerationsfähigkeit soll jedoch erst nach Beginn der Vegetationsperiode möglich sein. Selbst bei erfolgreichem Nachwachsen dürfte es nach Einschätzung der Verwaltung zehn bis 15 Jahre dauern, bis die Fassade wieder eine vergleichbare ökologische Funktion erfüllt.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie hier auf L-IZ.de.

Leipziger Zeitung // Ralf Julke // unterstützt von KI

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