Weißwasser/O.L. – Dem soziokulturellen Zentrum Telux in Weißwasser droht das Aus. Hintergrund ist eine mögliche Streichung der städtischen Zuschüsse, über die der Stadtrat am Dienstag, dem 30. April 2025, entscheiden will. Die geplante Kürzung gefährdet nicht nur den laufenden Betrieb der Einrichtung, sondern auch die Möglichkeit, überregionale Fördermittel zu erhalten.
Zahlreiche Kultur- und Jugendangebote betroffen
Das Telux ist nicht nur Veranstaltungsort für Konzerte, Kino, Kabarett und Lesungen, sondern auch ein offener Treffpunkt für verschiedene Altersgruppen. Besonders für Kinder und Jugendliche bietet das Zentrum Beteiligungsmöglichkeiten – von Tanz- und Fotoworkshops bis hin zu eigenen Eventformaten.
Auch Kooperationen mit Schulen und regionalen Initiativen wie dem Lausitz Festival würden durch eine Schließung beeinträchtigt. Laut Träger fanden im Jahr 2024 über 30.000 Gäste den Weg in das Zentrum. Aktuell sind dort 15 Personen beschäftigt.
Debatte über den Stellenwert soziokultureller Arbeit
Die Diskussion um die Zukunft des Telux wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie viel Raum soll Kultur- und Jugendarbeit in schrumpfenden Regionen einnehmen? Und wie stabil ist die Förderstruktur in politisch polarisierten Kommunen?
Kritiker:innen sehen in der Kürzung eine gezielte Schwächung zivilgesellschaftlicher Akteure. Die Fraktion Klartext im Stadtrat spricht von einem „systematischen Angriff auf die Soziokultur“. Beobachter:innen weisen zudem darauf hin, dass staatliche Förderstrukturen kaum auf Szenarien vorbereitet sind, in denen lokale Mehrheiten zentrale Einrichtungen blockieren.
Ob das SKZ Telux weiterhin bestehen kann, entscheidet sich am Mittwoch. Die öffentliche Stadtratssitzung beginnt um 16 Uhr in der Stadtbibliothek Weißwasser.