Die Probleme und Verzögerungen beim Bau des geplanten Großgefängnisses im sächsischen Zwickau stellt den Thüringer Strafvollzug aus Gewerkschaftssicht vor enorme Probleme. «Wir bezweifeln nicht die Notwendigkeit einer gemeinsamen Anstalt mit Sachsen, aber die Fehlentwicklungen und das finanzielle Fiasko darf nicht zulasten der Thüringer Beamten gehen», forderte der Landesvorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten in Thüringen, Ronny Rüdiger.
Die Ungewissheiten über die Kosten und den Fertigstellungstermin erschwerten die Personalplanungen für alle fünf Gefängnisstandorte im Freistaat. Zugleich sei ein Umdenken beim Verteilen der finanziellen Mittel für den Thüringer Strafvollzug notwendig, sagte Rüdiger. Der längere Betrieb unwirtschaftlicher Anstalten wie Hohenleuben erfordere nun auch die Umsetzung von Bauprojekten, die so nicht geplant gewesen seien. Das Geld dürfe nicht beim Personal gespart werden, warnte Rüdiger mit Blick auf die ohnehin schon angespannte Beschäftigungssituation im Strafvollzug.