Der geplante Radweg entlang der S 140 zwischen Neugersdorf und Seifhennersdorf gilt seit Langem als überfällige Verbindung in der Oberlausitz. Schon vor zwei Jahren hatte die Landesdirektion Baurecht für die 2,6 Kilometer lange Strecke erteilt. Damals verband Regina Kraushaar, heute sächsische Infrastrukturministerin, mit dem Vorhaben große Erwartungen und sprach von einer sicheren neuen Verbindung, die das bestehende Radwegenetz sinnvoll ergänze. Zwei Jahre später ist von einem Baubeginn jedoch nichts zu sehen. Der Grund liegt nicht in offenen Genehmigungsfragen oder fehlender Planung, sondern in der Finanzierung. Wie aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Franziska Schubert hervorgeht, stellt der Sächsische Landtag die erforderlichen Mittel derzeit nicht bereit.
Damit bleibt ein Projekt blockiert, das aus fachlicher Sicht längst umsetzungsreif ist. Die Planung ist abgeschlossen, das Baurecht liegt vor, und die verkehrliche Bedeutung der Strecke ist unstrittig. Trotzdem verharrt der Radweg im Investitionsstau. Besonders deutlich wird die politische Brisanz, weil die Staatsregierung selbst die Strecke als wichtig einstuft. In ihrer Antwort verweist Infrastrukturministerin Kraushaar ausdrücklich auf die Bedeutung der Verbindung als Schulweg, vor allem für Schülerinnen und Schüler des Oberland-Gymnasiums in Seifhennersdorf. Gerade dieser Aspekt macht aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs die Verzögerung schwer nachvollziehbar. Wer täglich auf einer stark befahrenen Straße unterwegs sei, brauche sichere Alternativen, so die Argumentation des Verbands.