Am Montagabend trafen sich mehrere Chefärzte des Klinikums Oberlausitzer Bergland in Zittau mit Bürgermeistern der Region zu einem spontanen Gespräch. Anlass war der bevorstehende Sonderkreistag am 29. April, der über einen Antrag der Fraktion BSW/Freie Wähler Zittau entscheiden soll. Die Fraktion fordert den Stopp der laufenden Umstrukturierung der KOB-Standorte Ebersbach und Zittau – ausgelöst durch ein Notfallgeschehen in Ebersbach am 10. Februar. Die Mediziner warnen in einem mehrseitigen Positionspapier vor den Folgen eines solchen Stopps.
„Aus unserer chefärztlichen Sicht ist eine Umkehrung oder weitere Verzögerung dieser Strukturmassnahmen wirtschaftlich nicht vertretbar, aus unterschiedlichen Gründen schlicht unrealistisch und würde in letzter Konsequenz das Ende des gesamten Klinikums bedeuten.“, heißt es darin. Die Chefärzte überreichten den Kommunalpolitikern das Papier mit der Bitte um Verbreitung. Sie argumentieren mit akutem Personalmangel, rückläufigen Patientenzahlen und einer zunehmend dramatischen wirtschaftlichen Schieflage. Zudem stünden ab 2027 verschärfte gesetzliche Anforderungen an, die an zwei vollwertigen Standorten nicht gleichzeitig erfüllt werden könnten.