Ein Fest der Begegnung auf dem Dresdner Neumarkt
Wenn nächste Woche die Biertischgarnituren auf dem Neumarkt aufgebaut werden, entsteht hier für vier Stunden ein ganz besonderer Begegnungsort. Das Konzept des Gastmahls beruht auf dem Teilen und Miteinander in der Gesellschaft. Die Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen vorbeizuschauen, eine Kleinigkeit zum Essen mitzubringen und diese mit ihren Mitmenschen zu teilen. Mit der Idee baut das Gastmahl Hürden ab und sorgt für einen Austausch zwischen Menschen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären.
Die Idee entstand vor zehn Jahren: Gemeinsam mit weiteren Partnern setzte die Cellex Stiftung erstmals ein Zeichen für Weltoffenheit und so wurde aus einer spontanen Initiative eine heute fest etablierte Tradition im Dresdner Veranstaltungskalender. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein riesiges Dresdner Stadtpicknick. Schaut man jedoch genauer hin, findet man hier die Arbeit unzähliger ehrenamtlicher Akteure, welche diesen Tag überhaupt erst möglich machen.
„Beim 10. Gastmahl ‚Dresden is(s)t bunt‘ engagieren sich knapp 50 Ehrenamtliche. Sie packen schon morgens an, damit die Tische richtig stehen, und sie sorgen spät abends dafür sorgen, dass es auf dem Neumarkt aussieht, als wäre nichts gewesen. Dieses Engagement war von Anfang an die zentrale Währung dieses Festes und zeigt, wie viele weltoffene und tolerante engagierte Menschen es in Dresden gibt. Dafür sagen wir danke.“ erzäht Dr. Eva Sturm, Vorständin der Cellex Stiftung.
Über 200 Vereine, Kulturinitiativen, Religionsgemeinschaften und weitere Partner des Gastmahls sichern sich im Vorfeld Tische, um an diesem Tag präsent zu sein. Neben mitgebrachtem Essen sorgen sie für Musik, Mitmachaktionen und Bildungsangebote vor Ort. Das Brechen von Brot dient dabei als Einstieg, um über soziale Projekte, Integrationsarbeit und viele weitere Themen in den Austausch zu gehen. Das Ehrenamt rückt an diesem Nachmittag in die Rolle des Gastgebers, schafft Räume für unterschiedlichste Lebenswelten und bringt die Menschen zusammen.

Ohne Engagement bleibt der Tisch leer
Die Nachfrage zum zehnten Jubiläum in diesem Jahr ist groß. Mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher werden am Montag zwischen 16 und 20 Uhr rund um den Neumarkt erwartet. Darunter auch Sachsens Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Petra Köpping, welche vor Ort sein wird, um die Aktion sowie alle Helferinnen und Helfer des Gastmahls zu würdigen. Dass das Fest tief in der lokalen Landschaft des Engagements verwurzelt ist, zeigt sich auch abseits der Politik. So sind etwa die Bürgerstiftung Dresden und die Freiwilligenagentur Ehrensache.jetzt bereits seit Langem beim Gastmahl dabei und werden auch am Montag wieder vor Ort sein und zu Gesprächen rund ums Ehrenamt am Tisch einladen.
Im Vordergrund des Gastmahls steht aber die zivilgesellschaftliche Basis. Ein Finanzierungsmodell, bei dem Sponsoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur mit Tischbeiträgen die Infrastruktur sowie Wasser- und Stromanschlüsse finanzieren, ermöglicht es den Vereinen, ihre Energie komplett in die Gestaltung und ihre Präsenz vor Ort zu stecken.
Dass eine Großveranstaltung dieser Dimension seit einem Jahrzehnt vom Engagement zahlreicher freiwilliger Helferinnen und Helfer getragen wird, zeigt wieder einmal mehr die Stärke der Dresdner Vereinslandschaft. Das Gastmahl hat über die Jahre mehrfach den Ort gewechselt, war auf der Augustusbrücke und der Hauptstraße zu Gast, bevor es nun wieder auf den Neumarkt an der Frauenkirche zurückkehrte. Der Grundgedanke bleibt unverändert. Am kommenden Montag zeigt sich wieder, was entsteht, wenn Bürgerinnen und Bürger ihre Stadt aktiv mitgestalten.