Dresden. Als die Comicfiguren Leo, Theo und Layla um die Ecke biegen, leuchten an der Haltestelle Wallstraße Kinderaugen auf. Die Dresdner Kinderstraßenbahn „Lottchen" feiert heute, am Internationalen Kindertag, ihren 35. Geburtstag - und die Stadt feiert mit. Der erste Bürgermeister Jan Donhauser und DVB-Vorstand Lars Seiffert begrüßten die Jubiläumsfahrt gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule aus Ottendorf-Okrilla, die eigens zur Haltestelle Wallstraße angereist waren.
Kinderstraßenbahn Dresden: Lernen auf 36 Sitzplätzen
Der aktuelle Tatra-Wagen bietet 36 Kindern Platz und ist bereits das dritte Fahrzeug in der Geschichte der „Lottchen". Die Vorgänger - Straßenbahnen vom Typ ET57/EB57 aus dem ehemaligen Waggonbau Gotha - leisteten bis 2010 ihren Dienst. In ihrer Blütezeit ermöglichten die größeren Züge mit Trieb- und Beiwagen sogar Fahrten für bis zu 500 Kinder an einem einzigen Wochenende. Einer der alten Triebwagen überlebte als Teil einer privaten Museumsausstellung in Pirna, bevor er 2024 verschrottet wurde.
Das heutige Angebot ist vielfältig und durchdacht: Rund 3.200 Kinder und Jugendliche steigen jährlich bei etwa 120 Veranstaltungen ein. Ob Ferienfahrten, Weihnachtsprogramme oder kreative Mitmachangebote - „Lottchen" verbindet Mobilität mit Bildung. Besonders beliebt ist die Kinderrechte-Rundfahrt, bei der Schulen, Spielplätze und Krankenhäuser zur Lernstation werden und Kinder spielerisch die zehn wichtigsten Kinderrechte kennenlernen. Auch die Rathausrallye, bei der Kinder ihre Stadtregierung auf Schienen entdecken, hat sich als festes Format etabliert.