Wie die Brückenkrise Dresdens Skatboardern helfen könnte
Dresden. Der viel genutzte Skatespot unter der Dresdner Albertbrücke soll sicherer werden und wachsen - die endgültige Entscheidung der Stadtverwaltung steht jedoch noch aus. Während der Stadtbezirksbeirat Neustadt den Plänen für eine Erweiterung bereits geschlossen zugestimmt hat, hängen die Realisierung und die Finanzierung vom Rathaus ab. Neue Dynamik bringt nun die Brückenkrise auf der anderen Elbseite in die Debatte.
Eine gefährliche Asphaltkante bremst die Skater aus
Seit fünf Jahren dient das Elbareal unter der Albertbrücke als selbstverwalteter Treffpunkt für die lokale Rollsport-Szene. Wie groß der Zulauf mittlerweile ist, zeigte sich kürzlich am weltweiten „Go Skateboarding Day“, der rund 200 Aktive und Zuschauer an das Neustädter Elbufer lockte. Der provisorische Platz stößt jedoch an seine baulichen Grenzen: Der nutzbare, glatte Untergrund geht abrupt in einen grobkörnigen Asphalt über, was regelmäßig zu Stürzen führt.



Der Verein Dresden Rollt drängt deshalb auf eine Erweiterung des Areals, um diese Gefahrenstelle zu minimieren. Ein Angebot einer Fachfirma beziffert die Kosten für die Glättung des Bodens auf rund 12.000 Euro. Da die Fläche im städtischen Eigentum steht, kann die Initiative den Ausbau jedoch nicht in Eigenregie umsetzen. Bei einer rein städtischen Vergabe über das Straßen- und Tiefbauamt drohen zudem bürokratische Hürden und potenziell deutlich höhere Kosten.
Der Spot an der Albertbrücke zeige eindrucksvoll, wie urbaner Sport einen öffentlichen Raum positiv beleben kann, erklärt der Vereinsvorsitzende Sebastian Linda. Der Ort funktioniere seit Jahren konfliktfrei und die Jugendlichen pflegten die Anlage selbst. Mit der Erweiterung wolle man die gefährliche Asphaltgrenze beseitigen und gleichzeitig den wettergeschützten Bereich unter dem Brückenbogen optimal nutzbar machen.
Breite politische Rückendeckung in der Neustadt
In der Kommunalpolitik stößt das Vorhaben auf offene Ohren. Ein entsprechender Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zur Erweiterung der Fläche passierte den Stadtbezirksbeirat Neustadt ohne Gegenstimme. Das Stadtbezirksamt hat bereits eine Vor-Ort-Begehung mit den zuständigen Fachämtern angeregt, um die technische Machbarkeit zu prüfen. Die finale Freigabe durch die Stadt steht allerdings noch aus.
Dass der Antrag einstimmig angenommen wurde, zeige die enorme fraktionsübergreifende Wertschätzung für die Arbeit der Skater, betont Stadtbezirksbeirätin Katja Lehmann (Grüne). Nun müsse geschaut werden, wie die Verwaltung die Umsetzung konkret vorantreibt.
Budget-Verschiebung von der Budapester Straße als Option
Eine neue Möglichkeit für die Finanzierung ergibt sich durch die aktuelle Brückenkrise in Dresden. Das Straßen- und Tiefbauamt stoppte vorerst die Fertigstellung einer bereits asphaltierten Skateranlage unter der Brücke Budapester Straße. Wegen der dortigen statischen Probleme und des Sanierungsstaus an dem Bauwerk setzte das Amt die Arbeiten aus, um Fehlinvestitionen zu vermeiden.
Durch dieses Moratorium sind erhebliche Projektmittel blockiert, darunter rund 50.000 Euro aus ehemaligen DDR-Parteivermögen (PMO-Mittel) sowie Zuschüsse des dortigen Stadtbezirksbeirates. Der Landtagsabgeordnete Thomas Löser (Grüne) brachte deshalb die Idee ins Spiel, diese freien Gelder an das Elbufer umzulenken, um dort die benötigten Skate-Elemente zu finanzieren. Löser regt an zu prüfen, ob die für die Budapester Straße vorgesehenen Mittel unkompliziert für die Ausstattung an der Albertbrücke eingesetzt werden können, falls das dortige Projekt dauerhaft ruht.
Das Straßen- und Tiefbauamt teilte auf Anfrage mit, dass die Prüfung zum künftigen Umgang mit den finanziellen Mitteln derzeit läuft. Eine Entscheidung im Zuge der anstehenden Haushaltsdebatten wird zeigen, ob der Plan an der Albertbrücke realisiert werden kann.