Pendlerinnen und Pendler in Dresden müssen sich am Freitag auf massive Einschränkungen im Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat alle Beschäftigten und Auszubildenden der Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) zu einem Warnstreik aufgerufen. Der Ausstand beginnt am Freitag, 27. Februar 2026, um 3 Uhr und dauert bis Samstag, 28. Februar, 5 Uhr.
Welche Verkehrsmittel fahren – und welche nicht?
Sehr wahrscheinlich nicht unterwegs:
Straßenbahnen (voraussichtlich kompletter Ausfall)
Rund zwei Drittel der DVB-Busse
Teilweise unterwegs:
Buslinien, die von Subunternehmen betrieben werden (nicht vom Streik betroffen)
Nicht betroffen:
S-Bahnen
Regionalzüge
Weitere Verkehrsmittel:
Dresdner Fähren sollen voraussichtlich fahren.
Die Schwebebahn ist wegen Frühjahrsrevision außer Betrieb.
Die Standseilbahn könnte – wie beim letzten Streik – nach einem Notfahrplan verkehren.
Zusätzliche Herausforderung: Dynamo-Heimspiel gegen Darmstadt
Am Freitagabend spielt zudem Dynamo Dresden im Kampf um den Klassenerhalt ab 18.30 Uhr gegen das Spitzenteam von Darmstadt 98. Es ist also davon auszugehen, dass wieder mehr als 30.000 Zuschauer das Rudolf-Harbig-Stadion besuchen werden und der ÖPNV stark ausgelastet wäre. Doch das für die Schwarz-Gelben zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt werden, ist nicht zu erwarten. Gegenüber dem Portal sächsische.de erklärte DVB-Sprecher Falk Lösch: „Wir müssen davon ausgehen, dass wir ganztätig bestreikt werden.“
Welche Alternativen haben Fahrgäste?
Wer nicht auf Auto oder Fahrrad zurückgreifen kann, hat folgende Möglichkeiten:
Carsharing
„Mobicars“ der DVB (in Kooperation mit Teilauto)
Weitere Fahrzeuge von Teilauto
Leihräder
„Mobibikes“ der DVB (in Kooperation mit Nextbike)
Weitere Optionen
E-Scooter verschiedener Anbieter
Taxi
Wichtig: Gerade bei Großveranstaltungen und Streiktagen kann es bei Sharing-Angeboten zu Engpässen kommen.
Was gilt für Schülerinnen und Schüler?
Die Schulpflicht besteht weiterhin. Ein Warnstreik im Nahverkehr gilt in der Regel nicht als pauschaler Entschuldigungsgrund. Auch längere Fußwege oder Fahrgemeinschaften gelten grundsätzlich als zumutbar.
Was gilt für Arbeitnehmer?
Arbeitnehmer tragen das sogenannte Wegerisiko. Das bedeutet: Sie sind selbst dafür verantwortlich, pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen. Ein Streik ist – ähnlich wie Glätte oder ein Fahrzeugdefekt – kein automatischer Entschuldigungsgrund.
Warum wird gestreikt?
Hintergrund sind festgefahrene Tarifverhandlungen zwischen ver.di und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Sachsen zum Spartentarifvertrag Nahverkehr (TV-N Sachsen).
Die Gewerkschaft fordert unter anderem:
- Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden
- Wahlmodell zwischen 35 und 38 Wochenstunden mit finanzieller oder zeitlicher Kompensation
- Höhere Jahressonderzahlung (85 Prozent)
- Höhere Nachtzuschläge (25 Prozent)
- Verbesserte Zuschlagsregelungen
- Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung
Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden will die Gewerkschaft mit dem Warnstreik den Druck erhöhen.
Wo wird außerdem gestreikt?
Neben Dresden sind auch kommunale Nahverkehrsbetriebe in Chemnitz, Zwickau und Plauen betroffen. In Leipzig sind Beschäftigte für Freitag und Samstag zum Streik aufgerufen.
Kurzfazit für Freitag
- Kaum Straßenbahnen
- Deutlich weniger Busse
- S-Bahn und Regionalverkehr fahren
- Alternativen frühzeitig prüfen
- Mehr Zeit einplanen
- Wer am Freitag unterwegs sein muss, sollte seine Route im Voraus planen und ausreichend Zeit einrechnen - das gilt vor allem für alle, die zum Spiel Dynamo Dresden gegen Darmstadt 98 ins Rudolf-Harbig-Stadion wollen.