Studierende zeigen Molières Menschenfeind als Puppenspiel in Dresden
Dresden. Molières Komödie „Der Menschenfeind" ist am Donnerstag und Freitag als zeitgenössisches Puppenspiel im Labortheater der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Dresden zu sehen. Die Inszenierung ist eine gemeinsame Produktion von Studierenden der HfBK Dresden und der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin, wie die HfBK mitteilte. Vier gemischte Teams gestalten jeweils einen Akt und entwickeln eine eigene Fassung der Hauptfigur Alceste; so entstehen vier Menschenfeind-Puppen und vier Spielweisen.
Vier Alcestes, vier Puppen
Unter der künstlerischen Gesamtleitung von Moritz Sostmann nähern sich die Teams aus drei Studiengängen, Regie und Puppenspiel an der Ernst Busch sowie Theaterplastik in Dresden, einer der widersprüchlichsten Figuren des Theaters. Alceste verachtet die Verstellung seiner Mitmenschen und leidet zugleich an seiner Sehnsucht nach ihnen. Gerade dafür eigne sich die Puppe, die zugleich Objekt und Figur sei, heißt es von den Beteiligten: Sie mache den Widerspruch sichtbar und schaffe Abstand zur Figur. Entworfen und gebaut wurden die Puppen eigens von Studierenden der Theaterplastik an der HfBK Dresden; ihre Form und Beweglichkeit prägen das Spiel maßgeblich.
Es ist nicht das erste gemeinsame Projekt der beteiligten Ausbildungsbereiche. In einer mehrjährigen Kooperation arbeiten Regie, Puppenspiel und Theaterplastik an einer zeitgenössischen Form des Figurentheaters und knüpfen schon im Studium berufliche Netzwerke. Premiere feierte die Produktion am bat-Studiotheater in Berlin, nun folgt das Gastspiel in Dresden.
Der Menschenfeind, Labortheater der HfBK Dresden, Güntzstraße 34. Vorstellungen am Donnerstag, 25. Juni, und Freitag, 26. Juni, jeweils 19 Uhr. Kartenreservierung unter vorverkauf-menschenfeind@hfbk-dresden.de.