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Streit um Windkraft in Dresden: Info-Tag zeigt Bürgern Beteiligungswege

Eine weitläufige, blühende Sonnenblumenwiese unter einem weiten, blauen Sommerhimmel mit lockeren Schleierwolken.  Auf der rechten Seite ragt eine moderne, weiße Windkraftanlage mit drei Rotorblättern weit in den Himmel.
Konfliktfeld Energiewende: Während der Bund den raschen Ausbau der Windkraft fordert, formiert sich in Dresden massiver Widerstand gegen geplante Vorranggebiete in der Dresdner Heide und im Schönfelder Hochland. Symbolbild: pixabay/Pexels
Von: Dresden News
Der Streit um Windkraftanlagen in der Dresdner Heide spitzt sich zu. Wer formell Einwand erheben möchte, sollte sich diesen Samstag (27. Juni) rot im Kalender markieren: Die Fraktion Team Zastrow lädt zu einem Aktionstag in Klotzsche ein.

Dresden. Die Auseinandersetzung um geplante Windkraftanlagen in der Dresdner Heide und im Schönfelder Hochland geht in die nächste Runde. Die Stadtratsfraktion Team Zastrow lädt für Sonnabend, den 27. Juni 2026, zu einem öffentlichen Informationstag ein, um Bürger über Widerspruchsmöglichkeiten im laufenden Planungsverfahren aufzuklären. Im Stadtrat wird die Ablehnung der Wald- und Landschaftsflächen von einer breiten Mehrheit getragen.

Protest gegen Windräder im Stadtgebiet formiert sich

Im Fokus der Debatte stehen drei potenzielle Vorranggebiete für Windenergie, die der Regionale Planungsverband Oberes Elbtal/Osterzgebirge im Rahmen seines aktuellen Entwurfs zur Diskussion stellt: Areale in der Dresdner Heide, am Triebenberg sowie nahe dem Forschungszentrum Rossendorf. Gegen diese Pläne formiert sich seit Wochen politischer und ziviler Widerstand. Eine Online-Petition der Fraktion Team Zastrow gegen den Bau von Windrädern in den städtischen Natur- und Erholungsräumen verzeichnete bereits rund 12.500 Unterschriften.

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Um der Bevölkerung im formellen Beteiligungsverfahren eine Stimme zu geben, veranstaltet die Fraktion nun den Aktionstag. Am Sonnabend können sich Interessierte von 10:00 bis 14:00 Uhr in der Langebrücker Straße 8 in Dresden-Klotzsche einfinden. Im Mittelpunkt stehen praktische Hinweise und Hilfestellungen dazu, wie Privatpersonen, Vereine und Institutionen formgerechte Einwendungen gegen die Pläne beim Planungsverband einreichen können. Jede Bürgerin und jeder Bürger hat im laufenden Verfahren das Recht, eine solche Stellungnahme abzugeben.

Breite Allianz im Stadtrat gegen die Vorranggebiete

Die Initiative deckt sich mit den jüngsten Mehrheitsverhältnissen im Dresdner Stadtrat. Das Kommunalparlament erteilte den Windkraftflächen auf städtischem Boden auf Antrag von Team Zastrow eine Absage. Die Stadtverwaltung ist nun gefordert, eine entsprechend ablehnende Stellungnahme an den Regionalen Planungsverband zu senden.

Für diese Mehrheit zeichnet sich eine parteiübergreifende Koalition im Stadtrat verantwortlich: Neben dem Team Zastrow positionieren sich vor allem die AfD und die CDU geschlossen gegen die Windkraftpläne auf Dresdner Territorium. Während die AfD die Anlagen grundsätzlich ablehnt, argumentiert die CDU mit dem Schutz von sensiblen Natur- und Naherholungsgebieten und fordert stattdessen den Ausbau von Photovoltaik auf bereits versiegelten Flächen. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) stützt den ablehnenden Kurs und kritisiert die Gesetzgebung des Bundes, die den lokalen Bürgerwillen übergehe. Demgegenüber warnen die Fraktionen von Grünen, SPD und der PVP-Kooperation (Piraten, Die PARTEI, Volt) vor einer Blockadehaltung. Sie betonen, dass ein pauschales Nein die Mitsprache Dresdens schwäche und ohne gesteuerten Regionalplan ein unkontrollierter Wildwuchs von Windkraftanlagen drohe.

Gesetzlicher Druck und der Faktor Regionalplan

Hintergrund des Konflikts sind die Vorgaben des Bundesgesetzes zur Windenergieflächenfläche. Dieses verpflichtet die Planungsverbände in Sachsen dazu, bis Ende 2027 mindestens 1,3 Prozent der Landesfläche für die Windenergienutzung auszuweisen. Der Entwurf des Regionalplanverbandes befindet sich derzeit in der Phase der öffentlichen Auslegung, die von Mai bis Juli läuft. Sollte eine der Dresdner Flächen aufgrund von Einwänden oder technischen Bedenken - wie etwa Störungen der Messgeräte des Helmholtz-Zentrums in Rossendorf oder Beeinträchtigungen des Flugkorridors des Dresdner Flughafens - aus dem Plan gestrichen werden, muss der Verband rechtlich bindende Ersatzflächen in der Region ausweisen.

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