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Stinkendes neues Grün für die Neustadt? Fichtenstraße erhält 18 Ginkgo-Bäume

Blick in die Fichtenstraße in der Dresdner Neustadt mit einem Baumstumpf im Vordergrund, geparkten Autos und Gründerzeithäusern bei Regen.
Tristes Bild vor dem Neustart: In der Fichtenstraße erinnern derzeit vor allem Baumstümpfe an die einstigen Kirschbäume. Ab dem 13. April 2026 lässt das Amt für Stadtgrün hier 18 neue, klimaresiliente Ginkgos pflanzen, um die Lücken im Viertel zu schließen. Foto: Matilda Glenk
Von: Cornelius de Haas

Ab Montag, 13. April 2026, beginnt in der Fichtenstraße in der Neustadt eine umfassende Neupflanzung von Straßenbäumen. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Johann-Meyer-Straße und Rudolf-Leonhard-Straße. Bis Mitte Mai sollen hier 18 neue Bäume gesetzt werden.

Der Bedarf ist vor Ort deutlich sichtbar: Entlang der Straße stehen nur noch vereinzelt Bäume, mehrere Standorte sind leer oder provisorisch verschlossen. Teilweise ragen noch alte Baumstümpfe aus dem Boden. Dazwischen dominieren breite Gehwegplatten, Parkstreifen und dichte Bebauung – Grün fehlt über weite Strecken.

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Viele Bäume verschwunden

Gepflanzt wird neu, weil die bisherige Bepflanzung weitgehend ausgefallen ist. Von ursprünglich 27 Amur-Traubenkirschen, die vor rund 20 Jahren gesetzt wurden, stehen heute nur noch acht. Große Abschnitte der Straße sind dadurch unbeschattet.

Gerade im Sommer heizen sich die versiegelten Flächen stark auf. Schatten fehlt, Aufenthaltsqualität entsteht kaum – das zeigt sich schon jetzt, obwohl die Fotos an einem kühlen, regnerischen Tag entstanden sind.

Neue Baumart für schwierige Bedingungen

Künftig soll Ginkgo die Straße prägen, konkret die Sorte „Ginkgo biloba Tremonia“. Sie gilt als robuster gegenüber Hitze, Trockenheit und beengten Wurzelräumen – Bedingungen, die in der Fichtenstraße offensichtlich sind. Unter dem Pflaster verlaufen zahlreiche Leitungen, der Platz für Wurzeln ist begrenzt.

Identischer regennasser Blick die Fichtenstraße in der Dresdner Neustadt hinunter. Geparkte Autos und historische Gründerzeithäuser unter grauem Himmel sind sichtbar. Auf dem Gehweg ist kein Baum und kein markanter Stumpf im unmittelbaren Vordergrund zu sehen, was einen baumlosen Zustand zeigt.
Wo früher Bäume standen, herrscht jetzt gähnende Leere. Nach der notwendigen Fällung der nicht überlebensfähigen Kirschen bietet die Fichtenstraße derzeit ein recht kahlgefegtes Bild. Doch dieser triste Anblick ist nicht mehr von langer Dauer. Ab dem 13. April lässt das Amt für Stadtgrün hier 18 neue, klimaresiliente Ginkgo-Bäume pflanzen. Foto: Matilda Glenk

Amtsleiter Sascha Döll sagt dazu: „Wir wollen hier langfristig stabile Straßenbäume etablieren, die mit den Standortbedingungen zurechtkommen.“

Keine Früchte, kein Gestank

Gepflanzt werden ausschließlich männliche Ginkgo-Bäume. Das ist eine bewusste Entscheidung: Weibliche Exemplare bilden im Herbst Früchte, die beim Verrotten stark riechen und Gehwege verschmutzen. In einer dicht genutzten Straße mit schmalen Bewegungsflächen würde das schnell zum Problem.

Die neuen Bäume kommen überwiegend an die bisherigen Standorte entlang der Gehwege. Ergänzend werden Fahrradbügel installiert. Die Baumscheiben sollen nicht kahl bleiben, sondern mit Stauden und Frühblühern bepflanzt werden – ein sichtbarer Unterschied zur aktuellen Situation, in der viele Flächen nur aus Erde oder Pflaster bestehen.

Schwieriger Untergrund

Die Planung war aufwendig. Unter der Straße liegt ein dichtes Netz aus Leitungen, das die Lage und Größe der Pflanzgruben stark einschränkt. Ziel ist trotzdem, den Bäumen so viel Wurzelraum wie möglich zu geben – entscheidend dafür, ob sie langfristig überleben.

Das Projekt kostet rund 166.000 Euro und wird unter anderem aus Spenden sowie Ausgleichszahlungen finanziert. Die beauftragte Firma übernimmt auch die Pflege in den ersten drei Jahren – wichtig, weil junge Bäume in trockenen Sommern besonders anfällig sind.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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