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„Status: Pillnitz“ - Wie historische Postkarten zum Instagram des Barock wurden

Historische farbige Postkarte von Schloss Pillnitz bei Dresden aus der Zeit um 1900. Zu sehen ist das Wasserpalais vom Elbufer aus, davor fahren mehrere prunkvolle Gondeln mit Passagieren auf dem Fluss. Links im Vordergrund sind Blumen illustriert, unten steht der Schriftzug „Gruss aus Pillnitz“.
Analoger Post aus der Kaiserzeit: Diese historische Lithografie von Schloss Pillnitz (um 1900) zeigt das Wasserpalais mit venezianisch anmutenden Gondeln auf der Elbe. Solche Motive sind Herzstück der neuen Sonderausstellung, die Postkarten als die „Instagram-Feeds“ unserer Urgroßeltern präsentiert. Quelle: Schloss & Park Pillnitz
Von: Cornelius de Haas
Bevor es Push-Benachrichtigungen und Insta-Stories gab, kam der „Feed“ fünfmal am Tag per Briefträger. Wer der Tante in Leipzig zeigen wollte, wie herrlich man an der Elbe lustwandelt, schickte eine handkolorierte Karte. Ab dem 1. Mai zeigt das Schlossmuseum Pillnitz in der Sonderausstellung „Status: Pillnitz – Viele Grüße aus dem Schloss“ rund 90 dieser historischen Schätze – und beweist, dass sich unsere Sehnsucht nach Selbstdarstellung in 100 Jahren kaum verändert hat.

Dresden. Ab dem 1. Mai hängen im Pillnitzer Schlossmuseum rund 90 historische Postkarten – und wer genau hinschaut, erkennt darin die Vorläufer des heutigen Social-Media-Feeds. 

Der Briefkasten als Benachrichtigungsfenster

Fünfmal am Tag kam früher der Briefträger. Fünfmal am Tag also die Chance, der Verwandtschaft zu berichten, wie prächtig die Stimmung im Schlosspark ist. Was nach moderner Zeitgeistanalyse klingt, ist die Rahmung der neuen Sonderausstellung: „Status: Pillnitz – Viele Grüße aus dem Schloss".

Aus einem Fundus von rund 800 Exemplaren wurden die spannendsten Motive ausgewählt. Schlossleiterin Josefine Frank sieht darin eine frappierende Ähnlichkeit zu heute: Die schönsten Ansichten und die besondere Atmosphäre wurden damals wie heute geteilt – die Postkarte war quasi das analoge „Like“.

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Service-Infos für Besucher

Das Museum bietet einen idealen Ausflug für den Feiertag am 1. Mai.

  • Öffnungszeiten: Täglich 10:00 bis 17:00 Uhr
  • Eintritt: Inbegriffen im Tagesticket für Schloss & Park (8,00 € für Erwachsene, 1,00 € für Kinder/Jugendliche bis 16 Jahre).
  • Tipp für Stammgäste: Die Jahreskarte „Gartenfreund" kostet lediglich 17,00 € und lohnt sich bereits ab dem dritten Besuch.
Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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