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Neustadt-Saison startet: "Nacht(sch)lichter" sind jetzt als „Kiezlichter“ unterwegs

Neustadt-Saison startet: "Nacht(sch)lichter" sind jetzt als „Kiezlichter“ unterwegs
Die "Nacht(sch)lichter" der Neustadt gehen ab 2026 als "Kiezlichter" ins Gespräch. Archivfoto: Arvid Müller/dpa-Zentralbild/dpa
Von: Cornelius de Haas

Mit den ersten warmen Abenden füllt sich der Alaunpark wieder, auf den Gehwegen rund um die Louisenstraße wird es enger, vor Spätis und Bars stehen Gruppen. Parallel dazu sind seit dieser Woche auch wieder die Dialogteams des Stadtbezirks unterwegs – allerdings unter neuem Namen: Aus den „Nacht(sch)lichtern“ sind die „Kiezlichter“ geworden.

An ihrer Aufgabe hat sich wenig geändert. Die Teams sprechen Menschen an, schlichten Streit, helfen bei Unsicherheiten – oft genau dort, wo Polizei oder Ordnungsamt nicht sofort präsent sind.

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Unterwegs im Viertel

Im vergangenen Jahr kamen so mehr als 1.200 Gespräche zusammen, viele davon an Wochenendabenden rund um den Alaunpark und die angrenzenden Straßen. Häufig geht es um kleinere Konflikte: zu laute Gruppen vor Hauseingängen, Streit zwischen Feiernden oder Situationen, in denen sich Einzelne bedrängt fühlen.

In einigen Fällen wird es ernster. Laut Stadt mussten die Teams 2025 in mehreren Situationen den Rettungsdienst rufen. Zudem begleiteten sie Menschen, die von Gewalt betroffen waren, und organisierten Hilfe.

Das Team besteht aktuell aus 22 Personen. Viele kennen die Neustadt gut, einige arbeiten schon seit Jahren mit, andere sind neu dabei. Entscheidend ist weniger die formale Struktur als die Präsenz vor Ort: ansprechbar sein, reagieren können, bevor Situationen kippen.

Rotes Lastenrad als Anlaufpunkt

Neu in dieser Saison ist ein rotes Lastenrad, das freitags und samstags im Viertel unterwegs ist. Es dient als sichtbarer Treffpunkt – etwa im Umfeld des Alaunparks oder an stark frequentierten Kreuzungen. Wer Hilfe braucht, kann hier direkt auf die Teams zugehen.

An Bord sind Wasser, Traubenzucker und Erste-Hilfe-Material. Auch einfache Dinge wie Hygieneartikel gehören dazu. Ziel ist es, schnell und unkompliziert unterstützen zu können, ohne große Hürden.

Rückzugsort am Martin-Luther-Platz

Neben der mobilen Präsenz bleibt die feste Anlaufstelle am Martin-Luther-Platz wichtig. Dort können sich Menschen zurückziehen, wenn sie Abstand brauchen – etwa nach Konflikten oder Übergriffen. Die Teams sind außerdem per Handy erreichbar und reagieren direkt aus dem Einsatz heraus.

Aus Sicht des Stadtbezirks hat sich das Konzept bewährt, weil viele Situationen früh abgefangen werden. Konflikte, die sonst eskalieren könnten, lassen sich oft schon im Gespräch klären.

Die Kiezlichter arbeiten dabei eng mit Sozialarbeit, Jugendeinrichtungen und lokalen Initiativen zusammen. Gerade in den Sommermonaten, wenn das Viertel besonders voll ist, soll das helfen, die Lage im Alltag ruhiger zu halten.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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