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Nach Werft-Verzögerung: Dresdens einzige Autofähre rettet das Elbhangfest

Eine gelb-schwarze Autofähre liegt am sandigen Elbufer. Fahrgäste mit Fahrrädern steigen aus. Auf dem Fluss sind Segelboote vor bewaldeten Hügeln zu sehen.
Lebensader im Dresdner Osten: Ab dem 25. Juni 2026 pendelt die Schloßfähre wieder regulär zwischen Kleinzschachwitz und Pillnitz über die Elbe. Archivfoto: DVB AG
Von: Cornelius de Haas
Die Zitterpartie im Dresdner Osten hat ein Ende! Nach einer ungeplanten Verlängerung in der Werft kehrt die Pillnitzer „Schloßfähre“ am nächsten Donnerstag endlich zurück. Das Schiff war von Ermüdungsrissen gezeichnet - doch pünktlich zum wichtigsten Festwochenende des Jahres sind die Falten geglättet.

Dresden. „Das Schiff hatte Ermüdungsrisse - quasi die Falten im Gesicht", sagte Robert Roch, Geschäftsführer der DVS, über den Zustand der „Schloßfähre" vor ihrer Generalüberholung. Nach mehreren Wochen auf der Werft sind diese Falten nun geglättet: Ab Donnerstag, 25. Juni, nimmt Dresdens einzige Autofähre ihren regulären Betrieb zwischen Kleinzschachwitz und Pillnitz wieder auf - und das gerade noch rechtzeitig vor dem Elbhangfest.

Acht Tage länger als geplant musste das Schiff in der Werft bleiben. „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit", begründet Werkstattleiter Dirk Reibold die Verzögerung. Mit dem Abschluss der turnusmäßigen Landrevision ist die Fähre nun für weitere fünf Jahre zugelassen.

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Sandgestrahlt, verschweißt, neu lackiert: Was auf der Werft passierte

Die Arbeiten gingen tief: Das Schiff wurde vollständig sandgestrahlt, der Unterboden an mehreren Stellen verschweißt und die komplette elektrische Anlage erneuert. Hinzu kamen neue Hydraulikschläuche und instandgesetzte Landeklappen. Den Abschluss bildete ein kompletter neuer Anstrich - inklusive einer Antifouling-Schicht, die das Unterwasserschiff schützt.

Nahaufnahme einer stark verrosteten, braunen Stahlplatte mit mehreren durchgefressenen Löchern während der Sanierungsarbeiten in der Werft.
Die „Falten im Gesicht“: Deutliche Rostschäden und Löcher im Stahl machten die Generalüberholung der Dresdner Autofähre dringend notwendig. Foto: DVB

Parallel lief die gesetzlich vorgeschriebene Schiffsuntersuchung, bei der die Fähre ihr neues Fährzeugnis erhielt. Dass solche Revisionen heute wichtiger sind denn je, hat einen konkreten Grund: Die Fähre muss zunehmend größere und schwerere Fahrzeuge stemmen als noch vor einigen Jahrzehnten.

1.350 Fahrgäste am Tag: Eine Lebensader für den Dresdner Osten

Die Verbindung über die Elbe ist mehr als ein nostalgisches Verkehrsmittel: Durchschnittlich transportieren die Fähren zwischen Kleinzschachwitz und Pillnitz täglich rund 1.350 Fahrgäste, 110 Fahrzeuge und 340 Fahrräder. Damit sind sie ein fester Bestandteil des Nahverkehrs im Dresdner Osten - und für viele Pendler und Ausflügler schlicht der direkteste Weg ans andere Ufer.

Porträtaufnahme eines lächelnden Mannes mit Schiebermütze und Brille. Im unscharfen Hintergrund steht ein weiterer Mann mit Bart in einer Werfthalle.
Zufrieden mit dem Ergebnis: DVS-Geschäftsführer Robert Roch blickt optimistisch auf den Neustart der Elbquerung pünktlich zum Festwochenende. Foto: DVB/Henry Nielacny

Blick nach vorn: Fährt die „Schloßfähre" bald elektrisch?

Mit ihren eigenen Werkstätten halten die DVB Busse, Straßenbahnen und Fähren langfristig in Betrieb - ein wichtiger Anspruch gerade bei begrenzten finanziellen Mitteln. Und der Blick reicht schon weiter: Bei einer der nächsten Landrevisionen wollen die Verkehrsbetriebe prüfen, ob sich die Fähre künftig auf alternative oder elektrische Antriebe umrüsten lässt. Die „Falten" sind also vorerst beseitigt - die Frage nach dem Antrieb der Zukunft bleibt.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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