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Nach der 68 kommt die 61: Dresden baut seine E-Bus-Flotte massiv aus

Nach der 68 kommt die 61: Dresden baut seine E-Bus-Flotte massiv aus
Ein DVB-Elektrobus der Linie 68, ein Mercedes-Benz eCitaro, an der Haltestelle Zoo. Die Linie gehört bereits zu den weitgehend elektrisch betriebenen Routen – die Linie 61 soll folgen. Foto: DVB AG
Von: Cornelius de Haas
Die DVB kaufen 18 neue Elektro-Gelenkbusse. Das kostet 26 Millionen Euro – und war ohne Landesmittel nicht möglich.

Manche Busse der Dresdner Verkehrsbetriebe haben mehr Kilometer hinter sich als ein Fernfahrer nach zwanzig Berufsjahren. Über eine Million Kilometer, das entspricht mehr als 25 Erdumrundungen. Diese Fahrzeuge werden jetzt ersetzt.

18 neue Elektro-Gelenkbusse hat die DVB bestellt, Lieferung Ende 2026. Der Freistaat Sachsen und die Stadt Dresden machen den Kauf möglich: Von den rund 16 Millionen Euro reiner Fahrzeugkosten trägt der Freistaat 6,1 Millionen – knapp 40 Prozent. Hinzu kommt ein Wartungsvertrag über 14 Jahre; die Gesamtrechnung liegt bei 26 Millionen Euro.

Aus eigener Kraft hätte die DVB nur sechs Busse kaufen können. Geplant hatte sie 18. Die Lücke schloss das Sächsische Ministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung.

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Linie 61 kommt als nächste dran

Nachdem die Linie 68 bereits weitgehend auf Elektroantrieb umgestellt ist, rückt nun die Linie 61 in den Fokus. Sie gehört zu den meistbefahrenen Buslinien der Stadt und stellt eine zentrale Verbindung zwischen Löbtau, dem Campus der TU Dresden und den Stadtteilen im Osten her.

Damit die neuen Busse dort verlässlich fahren können, braucht es eine Ladestation am Endpunkt Gröbelstraße in Löbtau. Die ist in Planung – und soll im Jahresverlauf 2027 in Betrieb gehen. Ein Jahr nach den Bussen. In der Zwischenzeit laden die Fahrzeuge nachts im Betriebshof Gruna, wo die DVB bereits die bestehende E-Bus-Flotte versorgt.

Mit den 18 neuen Bussen betreibt die DVB Ende 2026 etwa ein Viertel ihrer gesamten Busflotte elektrisch.

Was mit den alten Bussen passiert

Was mit den alten Bussen passiert, erklärt DVB-Sprecher Falk Lösch nüchtern: „Sofern zustandsbedingt möglich, werden sie verkauft. In der Regel an Zwischenhändler. Fahrzeuge, die sich aufgrund ihres Zustandes nicht verkaufen lassen, gehen in die Aufbereitung." Wer nach einem Bus mit siebenstelliger Kilometerzahl sucht, findet also einen. Ansonsten landen die Fahrzeuge auf dem Schrottplatz, auch wenn Lösch dieses Wort nicht benutzt.

Dass der Austausch auch aus anderen Gründen notwenig ist, macht DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach klar, der auf die Wirtschaftlichkeit verweist: Die Entwicklung der Dieselpreise mache den Betrieb von Elektrobussen zunehmend attraktiver. Baubürgermeister Stephan Kühn bringt es knapper auf den Punkt: Wer bei der DVB-Infrastruktur spare, löse keine Finanzprobleme sondern schiebe sie vor sich her.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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