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Mehr als die Chip-Insel: Was Taiwan im Juni nach Dresden bringt

Luftaufnahme der Großbaustelle des taiwanischen Chip-Herstellers ESMC am Stadtrand von Dresden.
Mehr als nur Hightech: Während am Stadtrand die ESMC-Fabrik entsteht, rückt die Reihe „Taiwan meets Dresden“ im Juni die vielfältige Kultur der pazifischen Inselrepublik in den Fokus. Foto: ESMC
Von: Cornelius de Haas
Während an Dresdens Stadtrand die erste europäische TSMC-Fabrik wächst, zieht im Juni eine andere Seite Taiwans in die Stadt ein – mit Tanz, Druckkunst, Kaffee-Siebdruck und Reisbällchen. Einen Monat lang lässt sich die Insel jenseits der Halbleiter entdecken.

Dresden. Bislang klingt die Verbindung zu Taiwan vor allem nach Hightech: Am Stadtrand entsteht mit der TSMC-Fabrik das erste europäische Werk des taiwanischen Chip-Riesen. Doch im Juni rückt eine andere Seite der pazifischen Inselrepublik in den Mittelpunkt. „Seht uns, lernt uns kennen, wir sind mehr als eine Halbleiterinsel“ - unter diesem Motto holt die Reihe „Taiwan meets Dresden“ einen ganzen Monat lang Musik, Film, Tanz und Alltagskultur in die Stadt. Getragen wird sie von der Kulturinitiative Formosa, die Schirmherrschaft übernimmt Oberbürgermeister Dirk Hilbert.

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Filmstart „A Chip Odyssey“: Wo Taiwan und Dresden sich treffen

Den Auftakt macht passenderweise der Stoff, der beide Welten verbindet: Am 4. Juni läuft im Cineplex Kristallpalast der preisgekrönte Dokumentarfilm „A Chip Odyssey“, der den Aufstieg der taiwanischen Halbleiterindustrie nicht nur als Technik-, sondern als Gesellschaftsgeschichte erzählt.

Taiwanischer Tanz und Markt in HELLERAU

Danach übernimmt die Kunst. Ab dem 12. Juni eröffnet das Europäische Zentrum der Künste HELLERAU mit „Taiwan Moves“ eine auf Jahre angelegte Partnerschaft mit Taiwans Tanz- und Performanceszene. Einen Tag später verwandelt sich das Festspielhaus-Gelände beim „Taiwanese Market“ in einen Markt zum Schlemmen und Mitmachen: Es gibt Reisbällchen, Teigtaschen und Tee, dazu Spiele wie Ringwerfen und Bohnenrennen sowie Mini-Kurse in Kalligraphie, Siegelschnitzerei und Origami.

Ausstellung und Kaffee-Siebdruck im riesa efau

Wer es lieber ruhig mag, taucht im Kulturforum riesa efau in die Feinheiten taiwanischer Straßenkultur ein. Die Ausstellung „Von der Wohnkultur zur Druckgrafik“ (19. Juni bis 11. Juli) macht aus Fliesenmustern, Terrazzoböden und filigranen Eisengittern visuelle Erzählungen - gedruckt auf handgeschöpftem taiwanischem Büttenpapier. Am 26. Juni lässt sich diese Technik selbst ausprobieren: Im Workshop „Coffee-Lift Printing“ zeigt Studiogründerin Pei-Hsuan Wu, wie sich Druckplatten ganz ohne Chemie - nämlich mit Kaffee - herstellen lassen.

Taiwanische Musik im Kraftwerk Mitte

Den klanglichen Höhepunkt setzt am 20. Juni ein Konzert im Kraftwerk Mitte, bei dem ein Trio aus Klavier, Cello und Gesang traditionelle indigene Klänge mit modernen Interpretationen verbindet. Den Schlusspunkt bildet am 27. Juni das Forum „Saxony meets Taiwan 3.0“ im Gymnasium Luisenstift in Radebeul.

Hinter dem bunten Programm steht ein größerer Gedanke: Die enge wirtschaftliche Zusammenarbeit führt Fachkräfte beider Länder zusammen - und mit der wachsenden taiwanischen Gemeinde in Dresden wächst auch der Wunsch, einander jenseits der Fabrikhallen kennenzulernen.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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