Dresden. Bislang klingt die Verbindung zu Taiwan vor allem nach Hightech: Am Stadtrand entsteht mit der TSMC-Fabrik das erste europäische Werk des taiwanischen Chip-Riesen. Doch im Juni rückt eine andere Seite der pazifischen Inselrepublik in den Mittelpunkt. „Seht uns, lernt uns kennen, wir sind mehr als eine Halbleiterinsel“ - unter diesem Motto holt die Reihe „Taiwan meets Dresden“ einen ganzen Monat lang Musik, Film, Tanz und Alltagskultur in die Stadt. Getragen wird sie von der Kulturinitiative Formosa, die Schirmherrschaft übernimmt Oberbürgermeister Dirk Hilbert.
Ausstellung und Kaffee-Siebdruck im riesa efau
Wer es lieber ruhig mag, taucht im Kulturforum riesa efau in die Feinheiten taiwanischer Straßenkultur ein. Die Ausstellung „Von der Wohnkultur zur Druckgrafik“ (19. Juni bis 11. Juli) macht aus Fliesenmustern, Terrazzoböden und filigranen Eisengittern visuelle Erzählungen - gedruckt auf handgeschöpftem taiwanischem Büttenpapier. Am 26. Juni lässt sich diese Technik selbst ausprobieren: Im Workshop „Coffee-Lift Printing“ zeigt Studiogründerin Pei-Hsuan Wu, wie sich Druckplatten ganz ohne Chemie - nämlich mit Kaffee - herstellen lassen.
Taiwanische Musik im Kraftwerk Mitte
Den klanglichen Höhepunkt setzt am 20. Juni ein Konzert im Kraftwerk Mitte, bei dem ein Trio aus Klavier, Cello und Gesang traditionelle indigene Klänge mit modernen Interpretationen verbindet. Den Schlusspunkt bildet am 27. Juni das Forum „Saxony meets Taiwan 3.0“ im Gymnasium Luisenstift in Radebeul.
Hinter dem bunten Programm steht ein größerer Gedanke: Die enge wirtschaftliche Zusammenarbeit führt Fachkräfte beider Länder zusammen - und mit der wachsenden taiwanischen Gemeinde in Dresden wächst auch der Wunsch, einander jenseits der Fabrikhallen kennenzulernen.